EU-Kommission Befragung zu Cybermobbing

Etwa jeder sechste Jugendliche gibt an, Opfer von Cybermobbing zu sein, und jeder achte gibt zu, Mobbing im Internet begangen zu haben. Diese Zahlen kommen von der EU-Kommission. Und von dort kommt auch die Aufforderung, was dazu zu sagen. Jeder ist aufgerufen, an der Befragung teilzunehmen. Denn die Kommission arbeitet an einem Aktionsplan gegen Cybermobbing. Eine Befragung speziell an Kinder gerichtet soll zusätzlich im September starten. Die EU arbeitet an verschiedenen Plänen, um Jugendliche online besser zu schützen. Für die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen, gehört auch dazu, Kinder und Jugendliche fit für die digital Welt zu machen. Im Interview mit dem Euranet Plus- Radionetzwerk hatte Virkkunen vor ein paar Wochen gesagt:

Holger Winkelmann | Euranet Plus

„Unser Gesetz über digitale Dienste verpflichtet Online-Dienste ganz klar dazu, ein Höchstmaß an Sicherheit und Datenschutz für Minderjährige zu gewährleisten. Und wir wissen, dass ist derzeit nicht der Fall. Deshalb hat die Kommission mehrere Untersuchungen gegen sehr große Online-Plattformen eingeleitet. Wir arbeiten derzeit auch an der Fertigstellung unserer Leitlinien für Online-Plattformen, in denen wir deutlich machen, welche Praktiken wir von ihnen erwarten, um die Nutzung dieser Dienste auch für Minderjährige sicherer zu machen. Ich verstehe die Diskussion über die Altersgrenze, aber gleichzeitig müssen wir auch die Menschen für die digitale Welt sensibilisieren. Ich halte es deshalb für wichtig, den Umgang mit digitalen Tools zu erlernen. Ich verstehe aber auch, dass viele Familien Sorgen haben -vor allem wegen der Bildschirmzeit. Es geht nicht nur um soziale Medien. Auch Spiele oder andere Internetdienste lassen Minderjährigen zu viel Zeit online verbringen. Und ich glaube, das sind die größten Bedenken, also die Bildschirmzeit und dann auch der Inhalt, was den Minderjährigen gezeigt wird.“