„Die sozialen Medien leisten einen unschätzbaren Beitrag, Menschen miteinander zu verbinden. Aber ein bestimmtes Thema möchte ich doch ansprechen. Und das sind die Auswirkungen, wenn wir unseren Kindern ungehinderten Zugang zu sozialen Medien erlauben.“
Das hat die EU- Kommissionsvorsitzende Ursula von der Leyen in Ihrer Rede zur Lage der Union im September gesagt. Aber was sagen die jungen Europäerinnen und Europäer eigentlich dazu? Das wollten wir von Euranetplus wissen – und haben nachgefragt. Zum Beispiel bei Henriette, 19 Jahre alt.
Amélie Förster | Euranet Plus „Also grundsätzlich fände ich solche strengeren Regeln für Social Media super, ich könnte mir aber vorstellen, dass dann ein Anreiz nach dem Motto jetzt erst recht entsteht. Das habe ich bei mir selber damals auch gemerkt. Ich hatte mit meinen Eltern bestimmte Regeln vereinbart, zum Beispiel, dass ich nur eine begrenzte Bildschirmzeit hatte oder nur bestimmte Apps mir runterladen durfte. Und da ist bei mir schon der Gedanke aufgekommen, wie kann ich das denn umgehen und kann ich nicht den Code herausfinden, dass ich mehr Bildschirmzeit bekomme. Aber jetzt im Nachhinein würde ich sagen, dass ich dadurch schon mehr Zeit gewonnen habe und mit anderen Dingen, zum Beispiel mit meinen Freunden draußen verbracht habe und das ja viel schöner ist.“
Ursula von der Leyen hat außerdem noch einen Blick auf den Internationalen Umgang mit diesem Thema.
„Unsere Freunde in Australien sind Vorreiter bei der Beschränkung der sozialen Medien.“
Das sieht Wiebke, 23 Jahre, aber kritisch.
„Frau von der Leyen hat jetzt leider nichts Konkretes direkt gesagt, aber die Idee an sich, dass sie was verändern möchte, finde ich gut, denn ja, es kann gefährlich sein. Dass sie sich dabei aber an dem australischen Modell, was Ende des Jahres in Kraft treten soll, orientiert, halte ich persönlich für den falschen Weg, denn da geht es ja wirklich um ein Verbot für Kinder unter 16 Jahren und gerade Alkohol ze igt ja auch ein Verbot, verhindert keinen Missbrauch, deshalb denke ich, sollten wir eher darauf gucken, dass wir einen gesunden Umgang lernen können und was ich sehr wichtig finde für viele junge Menschen, die aus toxischen Haushalten kommen, ist Social Media auch ein extrem wichtiger Schutzraum und ich finde nicht, dass wir den wegnehmen dürfen.“