Wie ist die Corona-Situation derzeit in Finnland?

Corona zieht weite Kreise in Europa. Auch in Skandinavien hat das Virus bereits mehrere Menschen getötet. Am Wochenende gab es nun auch in Finnland den ersten Corona-Todesfall. Politiker des Lands kondolierten den Hinterbliebenen über Twitter und Co. Amélie Förster fasst die Situation in Finnland zusammen.

Amélie Förster | Euranet Plus

In Finnland sind bis Freitag in der vergangenen Woche rund zehn Mal so viele Personen, wie bisher im Land infiziert sind, auf das Virus getestet worden. Also 6.500 Menschen. Dementsprechend stieg auch die Zahl der bestätigten Fälle übers Wochenende. Montag  um 12 Uhr gab es bereits 650 bestätigte Corona-Fälle in Finnland. Beim Todesfall handelt es sich um eine Person aus der Risikogruppe. Trotz der steigenden Zahlen werden in Finnland längst nicht alle Menschen getestet, hat mir Heikki erzählt, der in Finnland lebt:

„Die Nachrichten haben berichtet, dass letzte Woche etwa 300 Menschen Corona hatten, aber es wird geschätzt, dass die Zahl der rund 30x so hoch ist.“

Heikki ist 38 Jahre alt, hat drei Kinder lebt in Lahti, wenige Kilometer nordöstlich von Helsinki. In seiner Stadt gibt es bislang 6 bestätigte Corona-Fälle. Er hat mir die Situation in der Schule geschildert:

„Ich arbeite als Klassenlehrer und unterrichte eigentlich 23 Erstklässler. Am Dienstag waren noch 18 Kinder da, einen Tag später nur noch 12 und am Freitag nur noch 3.“

Auch in Finnland sollten seit letzter Woche nur noch die Kinder von Eltern mit systemrelevanten Berufen, also aus dem Gesundheitswesen und Co. In der Schule betreut werden, ABER noch am Freitag wurde die Regelung wieder gelockert. Kinder aus den unteren drei Klassen, dürften also nun wieder am Unterricht teilnehmen. Trotzdem musste Heikki am Montag auch nur vier Kinder in der Schule betreuen. Auch das Thema Hamsterkäufe ist nicht an Finnland vorbei gegangen:

„Die Menschen haben auch bei uns jede Menge Toilettenpapier gekauft und das ist auch viel kritisiert und in Social Media belächelt worden. Ich glaube daran, dass es weiterhin genug davon geben wird und habe mich nicht eingedeckt. Auch Brot war in einigen Shops ausverkauft.“