KI ist nicht nur eine Frage der Technik

Künstliche Intelligenz ist nicht nur eine Frage der Technik. Beim Digital-Gipfel der Bundesregierung in Berlin kommen zwei Tage lang internationale Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und natürlich der Tech-Branche zusammen. Unter der Überschrift „KI gestalten: sicher, souverän, wettbewerbsfähig“ war die Grundsatzrede von Bundeskanzler Friedrich Merz vor allem aber auch philosophisch.

Außenaufnahme der Kuppel am Bundestag in Berlin.

„Das alles ist nicht mehr nur reine Technologiepolitik. Das alles ist in existentiellem Sinne Gesellschaftspolitik.“

Denn die Frage der KI, wer sie beherrsche und vor allem kontrolliere, entscheide auch über Abhängigkeiten, Regeln und Freiheit. Deshalb sei die digitale Souveränität für Europa eine existentielle Frage.

„Je mehr KI also zur Basistechnologie wird, je mehr KI-Systeme zu einer ganzen und neuen Infrastruktur für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft werden, desto grundlegender werden wir als Individuen, als Unternehmen, als Gesellschaft in unserer Problemlösungskompetenz von diesen Systemen abhängig. Und deswegen wird die Frage der digitalen Souveränität im Kontext von KI zur tatsächlich existentiellen Frage. Nämlich, wer verfügt in Zukunft eigentlich über die Fähigkeit, die technologischen Grundlagen seiner eigenen Freiheit zu gestalten.“

Deshalb müsse unter allen Umständen vermieden werden, von Dritten abhängig zu werden. Beim Ausbau der KI-Kompetenzen und Kapazitäten im Wettkampf mit den großen Tech-Playern will Merz aber nicht im Alleingang agieren.

„Neben dem Aufbau eigener Kapazitäten brauchen wir zwingend eine Intensivierung der technologischen Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten und „like minded“ Partnern weltweit, zum Beispiel Kanada und anderen Ländern. Wir müssen und wir wollen Wissen teilen, wir wollen Lieferketten diversifizieren und gemeinsam mit Verbündeten auf internationalem Parkett digitalpolitisch Einfluss nehmen.“