Die Diskussion um ein Verbot von Social Media für Minderjährige nimmt in der EU Fahrt auf. Aus Sorge um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen schlagen mittlerweile viele EU-Staaten ein striktes Verbot vor. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz gehört zu denen, die Kinder nicht nach dem Motto „früh übt sich“ mit Social Media umgehen lassen wollen.

„Also wenn das stimmt, dann würde ich empfehlen, spätestens mit sechs Jahren, anzufangen, im Land von Wein und Reben, ordentlich Wein zu trinken. Denn anders können sie die ja auch nicht heranführen.“
In Frankreich hat die Nationalversammlung einen Gesetzentwurf zum Verbot „schädlicher“ sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren gebilligt. Plattformen, die als „weniger schädlich“ gelten, sollen aber mit ausdrücklicher Zustimmung der Eltern zugänglich bleiben. Über den Gesetzentwurf muss der Senat noch abstimmen, aber Präsident Macron will das Verbot bis September in Kraft setzen. Auch Madrid hat angekündigt, dass Spanien die sozialen Medien für unter 16-Jährige verbieten werde. Die luxemburgische Regierung befürwortet ein Verbot, würde es aber gerne auf EU-Ebene durchsetzen. Gianni di Paoli ist Vorstandsmitglied des Nationalen Jugendrates in Luxemburg. Er glaubt nicht, dass ein Verbot die Lösung ist.
„Junge Menschen werden ohnehin mit der Außenwelt konfrontiert. Sie einfach abzuschneiden, wird ihnen also nicht helfen. Wir würden es lieber sehen, wenn junge Menschen Teil eines Prozesses wären, in dem sie im Alter von 13 bis 16 Jahren mit geeigneten Fähigkeiten ausgestattet werden und ihnen der Weg gezeigt wird. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Plattformen Verantwortung übernehmen müssen, nicht nur die jungen Menschen selbst. Und wir müssen dafür sorgen, dass die Jugendlichen geschützt werden, indem wir ihnen die richtigen Instrumente an die Hand geben, mit denen sie sich diesen Plattformen nähern können, und ihnen ein besseres Verständnis für deren Funktionsweise vermitteln.“
Stimmen zum Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche gibt es in der aktuellen Folge des Euranet Plus- Panorama-Podcast.