Die Welt wartet darauf, ob die Sanktionen von US-Präsident Trump gegen russisches Öl das Blatt in Russlands Angriffskrieg in der Ukraine wenden. Die Sanktionen sollen am 21. November 2025 in Kraft treten. Sie richten sich gegen die beiden größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil. In der aktuellen Folge des Euranet Plus-Panorama Podcast geht es um Reaktionen aus der EU. In Bulgarien deckt die riesige Lukoil-Raffinerie in Burgas den Großteil des Energiebedarfs des Landes. Wie Bulgariens Präsident Rumen Radev sagt, befindet sich sein Land aufgrund der jüngsten Entwicklungen in einer sehr heiklen Situation.
EU/Nikolay Doychinov A Bulgarian flag is seen in Sofia on November 27, 2020.
„Das ist die größte Herausforderung für die Regierung: erstens sicherzustellen, dass es keine Kraftstoffkrise gibt und zweitens, dass die Preise nicht steigen.
Der Politikwissenschaftler Ognyan Minchev von der Universität Sofia hat den Kollegen vom bulgarischen Sender BNR gesagt, dass für den EU-Mitgliedstaat noch nicht alles verloren ist.
„Bulgarien ist Teil des europäischen Marktes, und in der Praxis sollte die Einfuhr von Erdölprodukten nicht unmöglich sein, vor allem nicht vorübergehend, um etwaige Defizite im Zusammenhang mit der Positionierung von Lukoil Bulgaria auszugleichen.“
Auch in Rumänien befindet sich eine von Lukoil betriebene Raffinerie, und dort wird noch über die beste Vorgehensweise diskutiert. Wie Sofia tendiert auch Bukarest zu einer Übernahme des Lukoil-Betriebs durch die Regierung, um Sekundärsanktionen seitens der USA zu vermeiden. Das US-Finanzministerium hat unterdessen Lukoil Lizenzen erteilt, u.a. um den Betrieb für die Raffinerie in Bulgarien bis April 2026 aufrechtzuerhalten, während Lukoil den Verkauf seiner ausländischen Vermögenswerte anstrebt.