Die Entwaldungsrichtlinie soll verschoben werden

Zum 30.12.2025 sollte eigentlich die EU-Entwaldungsrichtlinie in Kraft treten. Sie hat zum Ziel den Beitrag des EU-Marktes zur globalen Entwaldung und Waldschädigung zu verhindern sowie dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken. Jetzt hat EU-Umweltkommissarin Jessika Roswell angekündigt, den Start zu verschieben. Euranet-Plus-Reporter Holger Winkelmann
Die Verordnung verpflichtet alle Marktteilnehmer r dazu, strenge Sorgfaltspflichten zur Reduktion der globalen Entwaldung einzuhalten sowie regelmäßig über ihre Bemühungen zur Einhaltung zu berichten und für jede Transaktion sogenannte Sorgfaltserklärungen abzugeben.

EU/Claudio Centonze

Jessika Roswall

Ein Kernstück: Eine von der Kommission entwickelte Datenbank. Und genau hier hakt es. Die Kommissarin für Umwelt, Jessika Roswall, hat eine Verschiebung um ein Jahr vorgeschlagen. Offizielle Begründung ist, dass die notwendige IT-Infrastruktur noch nicht funktioniert. Der EVP Europaabgeordnete Peter Liese findets gut.

„Das ist eine sehr gute Nachricht. Wir können Landwirte, Waldbauern und mittelständische Unternehmen nicht dazu zwingen, irgendwas zu machen, wenn die Europäische Kommission die notwendigen Voraussetzungen nicht geschaffen hat. Also ist es richtig zu verschieben, wenn die Datenbank nicht funktioniert. Die Zwischenzeit muss genutzt werden, um wirklich die Entwaldungsverordnung zu vereinfachen. Wir brauchen eine Regelung, dass in Ländern wie Deutschland, aber auch in anderen Ländern, auch außerhalb der Europäischen Union, wo es de facto wegen nationaler Gesetzgebung keine Entwaldung gibt, dass wir die Leute dort auch in Ruhe lassen.“

Diese Ruhe können die Waldbauern jetzt unter anderem im Wald also ein bisschen länger genießen.