Sacharow-Preis wird wieder vergeben

Geistige Freiheit zählt zu den Grundwerten der Europäischen Union. Kein Wunder also, dass die EU-Kommission in jedem Jahr den Sacharow-Preis für geistige Freiheit verleiht. In dieser Woche wurden nun die Nominees für 2025 bekannt gegeben.

Amélie Förster aus dem Euranetplus-Team, wer steht da zur Wahl?

Holger Winkelmann | Euranet Plus

Innenhof im Europaparlament Straßburg

Andrzej Poczobut, ein Journalist aus der polnischen Minderheit in Belarus, ist bekannt für seinen Einsatz für Freiheit und Demokratie in Belarus. Dann sind da noch mehrere Medienschaffende in Palästina stellvertretend für alle im Krisengebiet nominiert. Dann ist da noch Boualem Sansal, ein pensionierter Schriftsteller und ehemaliger Beamter. Er kritisiert den Islamismus und die algerische Regierung. Er wurde verhaftet und seine Freilassung wird nun vom EU-Parlament unterstützt. In den USA wurde der Aktivist Charlie Kirk, der junge Wähler mobilisieren wollte, bei einer Veranstaltung erschossen, was Besorgnis über die Meinungsfreiheit auslöste. Weiterhin steht die prodemokratische Journalistin Msia Amaghlobeli auf der Liste. Sie ist bekannt für ihre Teilnahme an regierungskritischen Protesten in Georgien und wurde dafür inhaftiert. Dann sind da noch Serbische Studierende auf der Nominiertenliste. Sie riefen nach dem Einsturz einer Bahnhofshaltestelle, zu eine der größten Demonstrationen seit dem Zerfall Jugoslawiens auf, auf der Suche nach Verantwortlichen und zuletzt steht noch die Budapest Pride auf der Liste. Sie verzeichnete trotz Risiken durch Festnahmen und Co. die höchste Teilnehmerzahl in ihrer Geschichte. Ausführliche Infos gibt’s direkt beim EU-Parlament dazu.

Also die Nominierten stehen nun fest. Und wie geht’s jetzt weiter?

Nachdem die Fraktionen im Parlament nun ihre Nominees bekannt gegeben haben, wird am 16. Oktober der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten aus den Nominierten die drei Favoriten auswählen. Über den Preistragenden wird durch die Fraktionsvorsitzenden und die Präsidentin den Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, am 22. Oktober entschieden. Verliehen wird der Preis dann – wie in jedem Jahr kurz vor Weihnachten, nämlich am 16. Dezember in Straßburg.