Ein Langarm-T-Shirt für 0,20€? Das kann doch nix sein… doch bei mir auf dem Flohmarkt schon! Da habe ich am letzten Wochenende meine abgelegten Schätzchen angeboten, und … ich war nicht allein: Kleidung und Schuhe waren massenhaft im Angebot. Aber immerhin sind sie nicht einfach im Müll gelandet. Denn Textilabfall produzieren wir mit 12 kg pro Person und Jahr deutlich zu viel in der EU. Das soll sich ändern. Neue EU-Vorschriften zur Reduzierung von Lebensmittel- und Textilabfällen sind in den Startlöchern. Das EU-Parlament hat jetzt endgültig grünes Licht gegeben. Berichterstatterin Anna Zalewska ist zufrieden.
Igor Stevanovic „Ich bin überzeugt, dass die Einigung über die Abfallrichtlinie ein hervorragendes Beispiel dafür ist, wie Umweltbelange sinnvoll mit vereinfachter Gesetzgebung und damit bürokratischem Abbau kombiniert werden können. Vielen Dank für Ihre Stimme und für die Richtlinie, die ich ausgehandelt habe.“
Erweiterte Herstellerverantwortung -kurz EPR ist der Ansatz der neuen Vorschriften. Hersteller, die Textilien in der EU in Verkehr bringen, müssen die Kosten für deren Sammlung, Sortierung und Recycling tragen. Die neuen Vorschriften gelten für Produkte wie Bekleidung und Accessoires, Kopfbedeckungen, Schuhe, Decken, Bett- und Küchenwäsche sowie Vorhänge. Laut der Europäischen Umweltagentur steigt unser aller Textilverbrauch kontinuierlich.
Im Jahr 2019 haben wir durchschnittlich 17 kg Kleidung, Schuhe und Haushaltstextilien verbraucht. 2022 waren es schon 19 kg. Laut der Europäischen Umweltagentur müssten Produktion und Konsum sich ändern. Weg von Fast Fashion, von oft minderer Qualität und niedrigen Sammel- und Recyclingquoten. Es brauche stattdessen langlebige, hochwertige und kreislauffähige Textilien. Weniger 1 Prozent aller Textilien wird nach Schätzungen recycelt und zu neuen Produkten verarbeitet.