Rassismus und Diskriminierung sind in der EU immer noch weit verbreitet. Das zeigt u.a. eine Eurobarometer-Umfrage zum Thema von 2023. Die EU-Kommission plant eine umfassende Strategie zur Bekämpfung von Rassismus. Zur Vorbereitung hatte die Kommission in einer öffentlichen Konsultation auch zu Beiträgen aufgerufen. Die Europäische Grundrechteagentur -FRA- trägt Studien- und Umfrage-Ergebnisse bei. Da heißt es u.a.: dass Menschen afrikanischer Abstammung, Muslime sowie Roma und Fahrende weiterhin auf individueller und institutioneller Ebene Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt sind. Auch im EU-Parlament ist das Thema diskutiert worden. Die rumänische EU-Abgeordnete Georgiana Teodorescu hat die Situation der Roma in ihrem Land geschildert.

„Die Roma stellen mit rund 12 Millionen Bürgerinnen und Bürgern die größte ethnische Minderheit in der EU dar, von denen über eine Million in Rumänien leben. Trotz des strategischen Plans der EU für die Roma und nationaler Förderprogramme sind sie weiterhin mit denselben gravierenden Problemen konfrontiert: extremer Ausgrenzung, schlechten sozioökonomischen Bedingungen, Diskriminierung, Gewalt, Arbeitslosigkeit, Armut, schlechten Wohnverhältnissen und schlechten Gesundheitsstandards. All dies beginnt mit der Bildung. In Rumänien sind 70 % der Roma-Bevölkerung von Armut und Schulabbruch betroffen. Studien zeigen, dass rund zwei Drittel der Roma entweder keine oder nur die ersten acht Klassen abgeschlossen haben. Diese Probleme könnten durch die Umsetzung spezifischer Bildungsprogramme gelöst werden, die an die Traditionen und den Lebensstil der Roma angepasst sind und über eine angemessene Bereitstellung finanzieller und personeller Ressourcen verfügen. Die Programme sollten sich sowohl an Kinder und Jugendliche als auch an Erwachsene richten und zur langfristigen sozialen Inklusion dieser benachteiligten Gemeinschaft beitragen. Wir helfen Flüchtlingen und Opfern aus Drittländern, investieren aber nicht ausreichend in die Lösung der Probleme der Roma-Gemeinschaft.“
Die Strategie zur Bekämpfung von Rassismus soll auf dem Aktionsplan gegen Rassismus aufbauen, der Ende 2025 ausläuft.