Kommt die Lebensmittelampel in der ganzen EU?

Kommt die Lebensmittelampel in der ganzen EU? Nutri-Score ist bei uns seit November in Kraft. Für die Befürworter ist sie ein wesentlicher Schritt im Kampf gegen Fettleibigkeit, für die Kritiker eine unzureichende und irreführende Kennzeichnung. Auch in der EU wird noch nach einem gemeinsamen Weg gesucht.

GemüseXAVIER LEJEUNE

Die Ampellösung gilt bislang auch in Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Frankreich. Eine Kennzeichnung muss in der EU verpflichtend sein, meint die französische Europagrüne Michèle Rivasi. Sie hat gemeinsam mit Abgeordneten anderer Parteien die EU-Kommission aufgefordert, dementsprechend aktiv zu werden

„Der Nutri-Score muss in allen Ländern unbedingt vorgeschrieben sein. Denn selbst wenn einige [Länder] es übernommen haben, ist es immer noch nicht obligatorisch. Bisher tragen nur etwa 25 Prozent der Supermarktprodukte dieses Label. “

Einige Länder sind weiter gegen das Nutri-Score-System. Italien hat zusammen mit sieben anderen Ländern (Zypern, Tschechische Republik, Griechenland, Ungarn, Lettland und Rumänien) im September 2020 ein Papier unterzeichnet, um gegen Farbcodes vorzugehen. Die sind nicht wirksam, wenn es für die Verbraucherinnen und Verbraucher darum geht, die Ernährungsqualität zu bewerten, meint der italienische Europaabgeordnete Salvatore De Meo von Forza Italia. Er meint, eine Lebensmittelampel würde für Parmesan oder Olivenöl wegen ihres Fettgehalts zu Unrecht auf Rot stehen.

“Wir müssen territoriale Merkmale verteidigen, die Ernährungsweisen, die italienische gilt ganz sicher, wie die anderer mediterraner Länder, als die beste. Deshalb können wir nicht akzeptieren, dass Produkte wie Olivenöl, Parmesan negativ beurteilt werden, obwohl wir um ihre guten Eigenschaften wissen. Es wäre also nicht fair, wenn Verbraucher sie als schlecht einstufen würden.”

Emma Calvert vom Europäischen Verbraucherverband BEUC verteidigt die Ampellösung.

“Wir und andere Verbraucherorganisationen unterstützen Nutri-Score, weil es aktuell die beste Möglichkeit ist, um Verbrauchern eine informierte, gesündere Wahl zu ermöglichen.”

Mehr von uns zum Thema Lebensmittel in der EU