Expertengruppe übergibt Empfehlungen zu Kinderschutz online

Lilli ist 13 Jahre alt. Und sie ist eine Alltags-Expertin in Sachen Social Media. Zu Verboten und Einschränkungen sagt sie:

„Ja, also bei so kleinen Kindern, keine Ahnung, erste, zweite Klasse, da ist es ja schon besser, weil irgendwann hängen die ja mal nur noch am Handy. Und konzentrieren sich auch nicht auf ihr Umfeld und so. Ich finde, dass es schon eher auf der weiterführenden Schule erlaubt werden sollte.“

Die EU-Kommission hat die Meinungen von Jugendlichen, Eltern, Pädagogen, Experten, Mitgliedstaaten und Partnern, wie Australien, eingeholt. Eine Expertengruppe zur Sicherheit von Kindern im Internet hat jetzt ihre Empfehlungen an die EU-Kommission übergeben. Jörg Fegert ist Kinder- und Jugendpsychiater und Co-Vorsitzender des Sachverständigenausschuss. Der empfiehlt abgestuften Zugang zu Social Media und anderen digitale Dienste. Null Bildschirmzeit für Kleinkinder bis drei Jahre. Für Kinder zwischen drei und 12 Jahren sehen die Experten die Eltern in der Pflicht, ihren Kindern nur Zugang zu altersgemäßen Inhalten zu geben.

Amélie Förster | Euranet Plus

„Autonomieentwicklung ist eine zentrale Entwicklungsaufgabe des Jugendalters. Deshalb sollten 13-18-jährige zunehmend selbständig Zugang zu altersgemäßen Social Media +- Angeboten haben. (…) Länderspezifische vorsorgliche zusätzliche Zugangsbeschränkungen für über 13-jährige könnten für Anbieter sogar einen Anreiz bieten, schneller Angeboten zu entwickeln, die von Anfang an sicher sind. Wo wir ja alle hinwollen.“

Die EU-Kommission will sich neben den Empfehlungen auch die Ansätze in den Mitgliedstaaten ansehen. Einen Vorschlag für einen gemeinsamen EU-Ansatz zur Sicherheit von Kindern im Internet will die Kommission nach dem Sommer vorstellen.