Ein Energie-Kollektiv in den Alpen

Die EU fördert ländliche und abgelegene Regionen zum Beispiel über das LEADER-Programm. In Frankreich gehört „Énergies Collectives“ in der Region Hautes-Alpes dazu. Die Genossenschaft bietet Lösungen an, um weniger Energie zu verbrauchen. Und das auch in Workshops, in denen man lernt, einen Solarofen zu bauen. Die Euranet Plus-Kolleginnen und Kollegen von EU-Radio haben mit Mathieu Bette vom Kollektiv gesprochen.

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A workman carrying a large solar panel at a green house construction site.

„Der Solarofen ist ganz einfach aufgebaut. Es ist eine Kiste mit verglasten Wänden. Die Sonne scheint hinein, und weil alles gut isoliert ist, heizt sich der Ofen nach und nach auf. Irgendwann erreicht er dann Temperaturen, die zum Kochen ausreichen. (…) Unser Modell hier ist besonders leistungsstark. Es arbeitet mit zwei Glasscheiben, zwischen denen ein Vakuum ist. Das ergibt eine perfekte Isolierung. Damit erreichen wir sehr hohe Temperaturen, auch wenn die Fläche zum Einfangen der Sonnenstrahlen ziemlich klein ist.“

Für spontane Schnellköche ist der Solarofen damit allerdings nicht geeignet. Aber…
„Es gibt jede Menge Rezepte, die super funktionieren. Die größte Schwierigkeit ist vor allem, dass man seine Gewohnheiten ändern muss – also seine Tagesplanung. Entweder kocht man abends vor und stellt es morgens in den Ofen, oder man kocht morgens und isst mittags. Für das Abendessen koche ich persönlich morgens, bevor ich zur Arbeit gehe. Am Anfang denkt man: Oh je, jetzt muss ich morgens noch mehr machen – aber die Zeit gewinnt man abends zurück, es ist also nur eine Verschiebung. Ansonsten funktioniert es wirklich gut.“

Was allerdings nicht gut funktioniert, ist die Vermarktung von Solaröfen. Es geht wie so oft ums Geld, weiß Mathieu Bette.

„Einen Solarkocher kann man in der Werkstatt oder in der Garage selbst bauen. Deshalb investieren keine großen Unternehmen in Solaröfen, machen keine Werbekampagnen und treiben die Entwicklung voran. Auch der Staat kommt seiner Aufgabe nicht nach, solche Lösungen im Sinne des Gemeinwohls zu fördern. Die Technologie kommt also nicht voran, weil sich damit schlicht kein Geld verdienen lässt.“