Der Papst, die KI und eine Reaktion

Wenn wir andere etwas Wichtiges wissen lassen wollen, machen wir meist schnell eine WhatsApp-Gruppe. Als Papst gibt man eine Enzyklika raus. Und das erste „Rundschreiben“ von Papst Leo dem XIV hat gestern weltweit für Aufhorchen gesorgt. Denn der studierte Mathematiker hat sich in seiner ersten Enzyklika der Künstlichen Intelligenz angenommen.

„Artificial intelligence needs to be disarmed.”

InternetMaike Maier

Die KI müsse entwaffnet werden. Und sie dürfe nicht in den Händen einiger weniger bleiben. KI brauche einen Ethikkodex und müsse unter unabhängige Aufsicht. Auch um die Schwächsten zu schützen. Als Reaktion heißt es von der EU-Kommission: Wir sind gut gerüstet!
„In Europa ist das keine Vision, sondern schon Realität. Das gilt beispielsweise für unsere Regulierungen zu künstlicher Intelligenz, digitalen Diensten, digitalen Märkten und Datenschutz. Heute können wir in Europa mit Stolz sagen, dass wir über einen klaren und eindeutigen Rechtsrahmen verfügen.“

In der EU müsse jedes Unternehmen, das hier aktiv sein will, die Regeln einhalten. Und damit sei es auch erstmal egal, wer die KI-Systeme bereitstelle, so der Kommissionssprecher. Innerhalb des Rechtsrahmens sei die EU bereit für Innovationen, und in Europäische Modelle zu investieren. Doch mahnende Stimmen gibt es auch von anderer Stelle. Altkanzlerin Angela Merkel hat gerade vergangene Woche im EU-Parlament dazu aufgerufen, die Entwicklungen der digitalen Welt fest im Blick zu behalten:

„Gehen Sie weiter auf dem Weg der Regulierung der künstlichen Intelligenz. Vielleicht werden Fehler gemacht. Ja. Aber nur durch Fehler wird man lernen. Aber, zu glauben, dass Verantwortlichkeiten für das Verbreiten von Informationen nicht mehr nötig sind, dass man für Lügen nicht zur Rechenschaft gezogen wird, das wird die Grundlagen der Demokratie untergraben.“