My voice, my choice

Die EU-Bürgerinitiative „My voice, my choice” setzt sich für sichere Schwangerschaftsabbrüche in der gesamten EU ein. Die Initiative hat mit über einer Million Unterstützerunterschriften ihr Anliegen erfolgreich bei der EU-Kommission vorgebracht. Über den EU-Sozialfonds Plus soll es für betroffene Frauen die Möglichkeit geben, Unterstützung zu bekommen, wenn sie in einen anderen EU-Staat reisen müssen, um sicher und legal eine Schwangerschaft abzubrechen. In der aktuellen Folge des Euranet Plus-Panorama Podcast haben Kolleginnen und Kollegen mit Aktivistinnen für und gegen gesprochen.

Alina Mielemeier

Nika Povž ist von der slowenischen NGO Institut 8. März. Sie hat unseren Kollegen von Radio Agora in Österreich gesagt:

„Die Situation in Europa ist sehr unterschiedlich. In Polen zum Beispiel sterben Frauen in Krankenhäusern, weil Abtreibung illegal ist. In Malta können sie ins Gefängnis kommen, wenn sie eine Abtreibung vornehmen lassen wollen. In Italien weigern sich mehr als 80 Prozent der Gynäkologen, Abtreibungen aus Gewissensgründen vorzunehmen. Auch in Kroatien ist der Zugang sehr schlecht. In Ungarn werden Frauen gezwungen, den so genannten Herzschlag des Fötus zu hören, bevor sie sich für eine Abtreibung entscheiden können. All dies sind systembedingte Hindernisse, die den Zugang zu einem sicheren Schwangerschaftsabbruch erschweren.“

Kritiker wie Isilda Pegado halten den Vorschlag der EU- Kommission für schlicht inakzeptabel. Die Präsidentin der Portugiesischen Föderation für das Leben hat den Kollegen und Kolleginnen von Renascença gesagt:

„Dies ist eine Initiative, die gegen die Souveränität der Staaten selbst verstößt, denn die Staaten haben den Schutz des menschlichen Lebens innerhalb bestimmter Parameter definiert. In Portugal gab es eine Entscheidung des Verfassungsgerichts, ein Referendum, das besagt, dass menschliches Leben ab der 10. Woche niemandem zur Verfügung steht und daher geschützt werden muss, und dass Abtreibung nicht erlaubt ist. So etwas zu tun, ist im Grunde ein Angriff auf die Souveränität der Staaten selbst.“