Andrés Ritter ist neuer EU-Chefankläger

Die EPPO ist die Europäische Staatsanwaltschaft und hat die Aufgabe, Schaden von EU-Finanzen abzuwenden. Als erste Chefanklägerin hat Laura Kövesi aus Rumänien bislang das internationale Team geführt. Ihre siebenjährige Amtszeit endet im Oktober. Als Nachfolger ist jetzt ihr Stellvertreter, der Deutsche Andrés Ritter, vom LIBE-Ausschuss für bürgerliche Freiheiten im EU-Parlament bestätigt worden. Bei seiner Anhörung hat er betont, dass die Europäische Staatsanwaltschaft weit mehr ist als nur eine weitere EU-Institution.

Bild einer messingfarbenen Justitia-Waage.

„Es ist ein einzigartiger Akteur. In der Lage, grenzüberschreitende Kriminalitätsmuster zu erkennen, Maßnahmen in den Mitgliedstaaten zu koordinieren und Ergebnisse zu erzielen, die die finanziellen Interessen der Union schützen – etwas, das keine einzelne Behörde allein erreichen könnte.“

Die EPPO hat seit 2021 Fälle von organisiertem Mehrwertsteuerbetrug, Zollbetrug und Subventionsbetrug in mehrstelliger Millionenhöhe bearbeitet. Seit der Gründung 2019 sei ein starkes Fundament aufgebaut worden, sagt Ritter. Jetzt gehe es darum, die Europäische Staatsanwaltschaft weiterzuentwickeln.

„Organisierte Verbrecherbanden passen sich ständig an. Sie ändern ihre Regeln, wechseln ihre Mittelsmänner und nutzen jede Gesetzeslücke und jede Schwachstelle aus. Die nächsten Jahre werden daher sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringen. (…) Ich bin überzeugt, dass wir die nötigen Fähigkeiten besitzen, um alle Herausforderungen zu meistern.“

Das Plenum des EU-Parlaments will im März 2026 offiziell über Ritters Ernennung abstimmen.