Kommission lässt neues Alzheimer-Mittel zu

Neben den Betroffenen selbst, ist Alzheimer für Angehörige sehr oft, sehr schwer zu ertragen. Spätestens wenn ein naher Angehöriger Demenzerkrankter einen selbst nicht mehr erkennt, wird die ganze Grausamkeit dieser Krankheit spürbar. Die Alzheimer Forschung gibt ein bisschen Hoffnung – in kleinen Schritten.

Das typische "A" von deutschen Apotheken, als Werbeschild an einer Hausfassade.

Euranet Plus Reporter Holger Winkelmann: Die Europäische Kommission hat einen zweiten Antikörper gegen Alzheimer zugelassen.

Dabei handelt es sich um Donanemab. Es kann den Verlauf der Krankheit verlangsamen, sagt die EU-Kommission. Die Zulassung gilt allerdings nur für Personen mit milden Symptomen und im Frühstadium der Demenz. Außerdem kommt es auf die Gene der Betroffenen an. Jetzt wird es kurz fachlich: Der wichtigste genetische Indikator für Alzheimer ist das Risikogen ApoE4, das von beiden Elternteilen vererbt werden kann.

Die EU-Kommission empfiehlt das neue Medikament nur für Patientinnen und Patienten, die diese Genvariante entweder gar nicht oder nur einmal – also nur von einem Elternteil – in sich tragen. Dann überwiegen die Vorteile des Medikaments die Risiken – sagt die-EU Kommission

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen nach Angaben der Initiative für Alzheimer-Forschung Hirnschwellungen und -blutungen, die zum Tod führen können. Ziel ist, dass das Fortschreiten der Demenzerkrankung gebremst wird. Die Behandlung mit Donanemab ist unter anderem deshalb aufwendig, weil die Patienten regelmäßig auf Nebenwirkungen kontrolliert werden müssten.