Zölle, Protektionismus und Handelshemmnisse – das sind Begriffe, die wir in letzter Zeit sehr häufig gehört haben, wenn es um den internationalen Handel geht. Da geht es uns in der EU mit dem Binnenmarkt doch gut, oder? Der europäische Binnenmarkt ermöglicht den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital innerhalb der EU. Doch auch dieser Freihandelsblock steht noch vor zahlreichen Hindernissen wie bürokratischen Hürden, mangelnder Harmonisierung der Normen und der Nichteinhaltung bestehender Vorschriften. Der Wirtschaftswissenschaftler Paolo Guerrieri hat den Euranet-Kollegen aus Italien von Radio 24 gesagt

„Zwischen den EU-Mitgliedsstaaten selbst gibt es immer noch erhebliche Handelsbarrieren. Es ist erstaunlich, dass solche Barrieren immer noch bestehen. Tatsächlich ist der Handel innerhalb Europas weniger als halb so groß wie der Handel zwischen den Staaten der USA. Dies lässt erahnen, welches ungenutzte Potenzial innerhalb Europas besteht, um den innereuropäischen Handel zu steigern.“
Die EU-Kommission hat Ende Mai eine Binnenmarkt-Strategie angekündigt. Bestehende Handelshemmnisse sollen beseitigt werden. Der Plan, der sich auf den Draghi- Bericht stützt, soll den grenzüberschreitenden Zugang zu wichtigen Dienstleistungen und Gütern wie Medikamenten erleichtern, unfaire Praktiken unterbinden und die Freizügigkeit vereinfachen. Damit das funktioniert, müssen die Mitgliedstaaten allerdings auch in einigen Bereichen ihre „Wir zuerst-Haltung“ aufgeben.