Wenn Fischen das Wasser (nur) bis zum Hals steht

Wenn Fischen das Wasser bis zum Hals steht, dann ist Sommer 2026. Oder wie Bundesumweltminister Carsten Schneider es formuliert hat:

„Der Sommer 2026, der hat gezeigt, dass wir in einer neuen Realität sind.“

EU/Claudio Centonze

Jessika Roswall

Wasser, ob zu wenig, zu viel, oder zu verschmutzt braucht mehr Aufmerksamkeit. Für die Menschen, die Natur und die Wirtschaft. In Berlin haben der Bundesumweltminister und EU-Kommissarin Jessika Roswall beim Forum Zukunft Wasser eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Wasserresilienz in Deutschland unterzeichnet. Darin verpflichten sich Deutschland und die EU, dringend zu handeln. Dazu gehört auch, Abwasser in den Kläranlagen durch eine vierte Reinigungsstufe besser aufzubereiten. Das kostet und dafür sollen die Verursacher von Verschmutzungen wie bspw. die Pharma- und Chemieindustrie zahlen.

„So haben wir das in der EU vereinbart. Und ich weiß, dass es auch viel Lobbydruck gegen dieses Prinzip der Herstellerverantwortung gibt. (…) Die Verursacher müssen bei der Finanzierung an Bord bleiben. Die Gewinne dürfen nicht privatisiert und die Verluste sozialisiert werden. Das will ich nicht.“

Für die Wassergerechtigkeit müssten auch Großverbraucher stärker in die Pflicht genommen werden, so der Minister. Entweder durch höhere Kosten oder durch die Investition in Technik, um Wasser zu sparen. Wasser ist in Zeiten von hybriden Bedrohungen und Angriffen auch eine Frage der Sicherheit. Die EU will deshalb bei Investitionen in grüne und blaue Infrastruktur unterstützen.

„Wasserresilienz bis 2050 zu erreichen, braucht Veränderungen auf allen Ebenen, und die kommen nicht von allein.“