Supermärkte haben teilweise ihre Kühlregale ausgeräumt, weil die Kühltechnik und Klimaanlagen der Hitze draußen nicht mehr standhalten konnten. In mancher Wohnung unterm Dach war es heiß wie in einer Bio-Sauna. Wohl dem, der sich in den vergangenen Hitzetagen mit einer Klimaanlage das Leben erträglicher machen konnte. Doch sind Klimaanlagen nicht eigentlich auch Klimakiller? Und vielleicht hat auch die EU–Kommission eine Meinung dazu, angesichts der europäischen Klimaziele und des grünen Wandels.

„Das ist auch eine Frage unserer Zuständigkeiten. Wie weit geht die Kommission den Bürgern zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben.“
Aber natürlich gebe es politische Maßnahmen im Zusammenhang mit mehr Klimaschutz in der EU. Und dass auch Klimaanlagen zu einer politischen Angelegenheit werden, sei nicht ausgeschlossen, sagt die Kommissionssprecherin.
„Das Inferno der letzten Woche war wahrscheinlich nur der Auftakt für den Rest des Sommers. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass das ein Diskussionsthema auf politischer Ebene wird. Und dann werden wir Schritte unternehmen, wie es unsere Mitgliedstaaten signalisieren.“
Die Rufe nach mehr Hitzeschutz in Städten und an Orten mit Kindern, Alten und Kranken sind durch die vergangene Woche wieder deutlich lauter geworden. Aus Sicht der EU-Kommission sei es auch immer Frage wie Kühl- und auch Heizsysteme betrieben werden.
„Wir stellen den Elektrifizierung-Action-Plan in wenigen Wochen vor. Und der wird sich auch die Hürden und verschiedene zielgerichtete Maßnahmen ansehen, um das Kühl- und Heizsystem zu elektrifizieren. Denn offensichtlich müssen wir uns auch fragen, wie wird die Energie für Klimaanlagen produziert.“
Hitze hat in Europa in den vergangenen vier Jahren laut der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet. Allein in der vergangenen Woche soll es laut WHO über 1.300 hitzebezogene Tote gegeben haben.