Andrius Kubilius aus Litauen ist der erste EU-Kommissar für Verteidigung und Weltraum. Im Interview mit Euranet Plus hat er jetzt gesagt, dass die EU-Länder bei der Verteidigung mehr in Richtung Kooperation und nicht nur als nationale Aufgabe denken müssen. Die Moderatorin des Euranet Plus Summit, Aušra, wollte von Andrius Kubilius wissen.
Lukasz Kobus „US-Präsident Donald Trump äußert seit Langem seine Enttäuschung über die NATO und hat sogar mit einem möglichen Austritt aus dem Bündnis gedroht. Sie haben letzte Woche gesagt, dass eine europäische Armee zur Reform der NATO beitragen könne. Verfolgen Sie dieses Konzept einer europäischen Armee tatsächlich?“
Eine europäische Armee sei eines der wichtigsten Themen, die es zu diskutieren gilt. Und nicht nur weil Trump sich emotional äußere, sondern auch wegen dem, was die US-Behörden in ihre neue nationale Verteidigungsstrategie schreiben würden, so Andrius Kubilius.
„Zum einen ist von dem die Rede, was sie das neue NATO-Konzept nennen, NATO 3.0 – die NATO müsse sich strukturell neu ausrichten. Die Europäer müssten die führende Rolle in der europäischen Verteidigung übernehmen. Die Amerikaner würden dabei eine untergeordnete Rolle spielen, weil sie einen Großteil ihrer Ressourcen, die sie derzeit auf dem europäischen Kontinent stationiert haben, in den Indopazifik bzw. die westliche Hemisphäre verlagern müssten. (…) Zweitens befinden sich rund 8.100 amerikanische Truppen auf dem europäischen Kontinent, die eine wichtige Rückgratfunktion erfüllen. Sollten die Amerikaner also beginnen, diese Truppen aus Europa abzuziehen, müsste man überlegen, wie sie ersetzt werden können.“
Dabei sei eines aber wichtig zu betonen, so der Kommissar. Eine Europäische Armee, oder eine Europäische Schnelle Eingreiftruppe soll nicht die nationalen Streitkräfte ersetzen. Das vollständige Interview mit Kommissar Kubilius