Krise folgt auf Krise und die EU ist auf der Suche nach Antworten darauf, wie wir besser damit umgehen können. Eine Antwort der EU-Kommission war 2024, den ersten EU-Kommissar für Verteidgung und Weltraum zu ernennen. Andrius Kubilius aus Litauen hat sich jetzt beim Euranet Plus Summit den Fragen der Kolleginnen und Kollegen gestellt. Moderatorin Aušra von Žiniu radijas in Litauen wollte gleich zu Beginn wissen: wie sicher ist Europa?
Claudio Centonze Andrius Kubilius
„Wir sind wirklich mit einer herausfordernden Situation konfrontiert. Mit der Möglichkeit einer russischen Aggression und mit der klaren Ansage der USA, ihre Position in Europa zu ändern, sie bleiben in der Nato und sie werden immer mehr ihrer Ressourcen in den Pazifikraum verlagern. Der Krieg im Iran verändert die Lage auf dem westlichen Waffenmarkt. Amerikanische Waffen werden für Europa und die Ukraine über einen längeren Zeitraum nicht verfügbar sein. Und das führt zu einer schwierigen Situation.“
Die Möglichkeiten, in dieser Situation als erster EU-Kommissar eine schnelle gemeinsame Lösung für die EU zu finden, seien aber noch begrenzt, sagt Andrius Kubilius. Florin aus Rumänien wollte wissen:
„Was sind die größten Herausforderungen in Ihren Beziehungen und Ihrer Zusammenarbeit mit den Verteidigungsministern der EU-Länder und den Generalstabschefs der nationalen Streitkräfte? Und wie gehen Sie damit um?“
Kubilius versucht vor allem mit seiner Meinung nach veralteten Denkweisen aufzuräumen. Nämlich der, dass nur die Mitgliedstaaten selbst für ihre Verteidigung zuständig sind. Das sei nicht genug.
„Wir brauchen einen deutlich kooperativeren Ansatz. Das bedeutet, dass wir Verteidigungsfragen auf EU-Ebene viel stärker koordinieren müssen, angefangen bei der Industrie und der Produktion, aber auch im Hinblick darauf, wie wir beispielsweise auf Herausforderungen wie den geplanten Abzug der USA aus Europa reagieren können. Es gibt also viele Herausforderungen, aber das macht das Leben ja gerade interessant.“
Das Interview in voller Länge: