Zhōngguó heißt übersetzt: „Mitte-Land“. Zhōngguó ist der chinesische Name für China. Und irgendwie in der Mitte steht China auch, wenn es um die großen Blöcke auf der Welt geht. Die USA, Russland… und irgendwann dann kommt die EU. Die EU-Kommission wollte eigentlich heute ein strategisches Treffen des Kollegiums zu China abhalten. Doch in der vergangenen Woche hieß es dann:
„Angesichts der aktuellen geopolitischen Situation, hat Präsidentin von der Leyen entschieden, das Treffen am Montag dem Nahen Osten und den Auswirkungen auf Europa zu widmen.“
EC Doch die EU-China-Beziehungen sind trotzdem auf der Agenda. Eine Delegation des EU-Parlaments war vor Kurzem in China. Dabei ging es vorrangig um E-Commerce, Produktsicherheit und die Einhaltung der EU-Vorschriften. Doch es ist auch ein Zeichen, dass die EU und China nach neuen Wegen für einen Dialog suchen. Aber, Obacht, hat der EU-Abgeordnete Petras Auštrevičius aus Litauen den Kollegen und Kolleginnen von Žinių Radijas gesagt.
„Die Chinesen versuchen, die Haltung der Mitglieder des EU-Parlaments und offenbar auch einiger Mitgliedstaaten zu beeinflussen. „Lasst uns Handel treiben, lasst uns Freunde sein – damit ist alles gesagt, die Differenzen sind beigelegt, jetzt ist alles in Ordnung.“ Mit anderen Worten: Lasst uns als Partner an einen Tisch setzen und die Rivalitäten vergessen. Einige haben sich, glaube ich, bereits von diesem Gedanken anstecken lassen, aber ich halte das für falsch. Prinzipiell wäre es fatal, China nicht als strategischen Konkurrenten anzuerkennen.“
In Spanien hat esRadio Castilla y León hat mit Alicia García-Herrero, Expertin für den asiatisch-pazifischen Raum, gesprochen. Sie sagt: Wir sollten nicht zu einer Speiche an einem Rad werden, bei dem alles von der Narbe namens China abhängt:
„Es gibt sicherlich Bereiche, in denen wir zusammenarbeiten können. Alles, was ich als ‚globale Güter‘ bezeichne, von der Raumfahrt bis zum Klimawandel. Es gibt so viele Bereiche, in denen wir uns gegenseitig brauchen. Ich möchte nicht ein einziges Mal mehr hören, dass wir China brauchen. Nein, wir brauchen uns gegenseitig.“