Da ist was faul im Staate Dänemark. Und nicht nur in Dänemark.
„In Frankreich besuchen ab 12 Jahren mehr als die Hälfte aller Jungen monatlich pornografische Webseiten. In Irland kamen über 50 % der Jungen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren zum ersten Mal mit Pornografie in Berührung. In Polen gehört eine der neun beliebtesten Plattformen für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren – ja, richtig gehört, zwischen 7 und 12 Jahren – zu diesen pornografischen Plattformen.“

Und zu „diesen Plattformen“ – XVideos, XNXX, PornHub und Stripchat hat die EU-Kommission jetzt vorläufig festgestellt, dass sie gegen das Gesetz über Digitale Dienste – DSA – verstoßen haben.
„Keine dieser Seiten hat angemessene Altersverifizierungsmaßnahmen. Minderjährige können die Website aufrufen, indem sie einfach auf „18+“ klicken. Welche Schäden können durch den Konsum von Pornografie in so jungen Jahren entstehen? Psychische Probleme, negative Geschlechterrollen und eine zunehmende Toleranz und Normalisierung von gewalttätigem Sexualverhalten, um nur ein paar zu nennen.“
Auch bei Snapchat sieht die EU-Kommission mögliche Verstöße gegen den Kinderschutz und hat ein Verfahren eingeleitet. Snapchat hat nach seinen eigenen Geschäftsbedingungen ein Mindestalter von 13 Jahren. Doch die Selbstauskunft greife nicht, so die Vermutung der EU-Kommission.
„Beispiel Dänemark, wo die Hälfte der Zehnjährigen Snapchat nutzt. Oder Frankreich, wo fast ein Drittel der Elfjährigen Snapchat verwendet. Das verstößt gegen die Nutzungsbedingungen der Plattform. Mehr noch: Auf der Plattform sind Kinder gefährlichen Kontakten wie grooming ausgesetzt, und sie können verbotene Produkte wie Drogen, Vapes und Alkohol kaufen.“