Keine Armut bis 2030

Keine Armut, soziale Gerechtigkeit, sauberes Wasser. Geschlechtergleichheit und 13 weitere Ziele haben die Vereinten Nationen in der Agenda 2030 verabredet. Die ist seit 10 Jahren in Kraft. Keine Armut bis 2030 ist auch das erklärte Ziel der EU. Die Vorstellung der ersten EU-Strategie zur Bekämpfung der Armut wird in diesem Frühjahr erwartet. Das EU-Parlament hat jetzt mehr Einsatz gefordert, um vor allem Kinderarmut in der EU zu bekämpfen. Die französische Grüne Marie Toussaint gehört im EU-Parlament zur Intergruppe zur Armutsbekämpfung
„Armutsbekämpfung ist ein absoluter Notfall. Seit Jahrzehnten ist die EU soziale Verpflichtungen eingegangen, ohne jemals die selbstgesteckten Ziele erreicht zu haben.“

Laut EU-Kommission waren in der EU im Jahr 2024 über 93 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, darunter 20 Millionen Kinder – ein Viertel aller Kinder in der EU. Das EU-Parlament fordert jetzt, sich dringend dafür einzusetzen, Armut spätestens bis 2035 zu beseitigen. Millionen von Menschen in Armut in der EU seien ein systemisches Problem, das angegangen werden müsse. Die Intergruppe hat in ihrem jetzt angenommen Bericht Forderungen in fünf Schwerpunktbereichen aufgeführt.
„Erstmal eine verbindliche Strategie zu bekommen, aus den genannten Gründen. Ein starkes Budget, um diese Prioritäten widerzuspiegeln und gleichzeitig öffentliche Dienstleistungen zu erhalten, die im Alltag zur Armutsbekämpfung beitragen. Die Teilhabe armutsbetroffener Menschen muss sichergestellt werden.“

Um die oft generationenübergreifende Armut zu bekämpfen, müssten die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten öffentliche Investitionen in Maßnahmen erhöhen. Das heißt Zugang zu Wohnraum, Nahrungsmitteln, Wasser, Sanitärversorgung, Energie und Verkehr. Das Parlament fordert auch einen Aktionsplan um Obdachlosigkeit in der gesamten EU bis 2030 zu beenden.