EU-Aktionsplan Cybermobbing

TikTok macht süchtig. Und das verstößt gegen den DSA, das EU-Gesetz zu digitalen Diensten. Die EU-Kommission kommt in einer vorläufigen Bewertung zu dem Ergebnis, dass die chinesische Social Media-Plattform TikTok nicht angemessen bewertet hat, inwiefern süchtig machende Funktionen das körperliche und geistige Wohlbefinden seiner Nutzer beeinträchtigen könnten.
„TikTok erreicht 170 Millionen User in der EU. Die meisten davon sind Kinder. TikTok ist nach Mitternacht die mit Abstand am meisten genutzte Plattform von 13-18-Jährigen. Sieben Prozent der Kinder zwischen 12 und 15 verbringen täglich vier bis fünf Stunden auf TikTok.“

EU / Bogdan Hoyaux

EU employee using webcam

Und diese Statistiken seien extrem alarmierend, so Kommissionssprecher Thomas Regnier. Endloses Scrollen, Autoplay und sehr personalisierte Empfehlungen sind die Features, die die EU-Kommission in ihrer Bewertung als die Suchtfaktoren sieht.

„Diese Features führen vor allem bei Kindern zu zwanghaftem Gebrauch der App. Und das birgt große Gefahren für die psychische Gesundheit.“

Und dagegen tue TikTok mit seinen Maßnahmen zu wenig, findet die EU-Kommission. Sollte TikTok jetzt keine zufriedenstellenden Antworten auf die Vorwürfe liefern, drohen Bußgelder, die bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Unternehmens betragen könnten. Online süchtig zu werden, ist eine Gefahr. Online zum Opfer von Mobbing zu werden, eine andere. Auch dagegen will die EU-Kommission mehr tun. Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen soll eine EU-weite App zur Meldung von Cyber-Mobbing an den Start gehen. Opfer von Online-Mobbing sollen so leichter Hilfe erhalten können.