Foodwatch kritisiert späten Rückruf von Babynahrung

Sollten Unternehmen bei Rückrufen von Produkten schneller handeln müssen? Das vorweg: es gibt einen offiziellen Rückruf für Babynahrung von Nestlé auf den Seiten www.produktwarnung.eu., www.lebensmittelwarnung.de und auf www.nestle.de
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat am Wochenende aber zu mehr aufgerufen. Die Öffentlichkeit müsse schneller und transparenter informiert werden. Laut Foodwatch sollen schon Anfang Dezember die Behörden in den Niederlanden informiert worden seien; nämlich, dass bei internen Tests eine Verunreinigung festgestellt worden sei.

Alina Mielemeier

Es habe aber keinen offiziellen Rückruf gegeben. Deshalb fordert Foodwatch jetzt u.a. via Instagram härtere Konsequenzen.

„Betroffen sind Produkte von Beba und Alfamino. Die können mit einem Toxin belastet sein, das bei Babys zu Erbrechen und Durchfall führen kann. Und sowas passiert bei Nestlé leider nicht zum ersten Mal. In anderen europäischen Ländern gab es im Dezember schon mal einen ganz ähnlichen Rückruf von Nestlé-Babyprodukten. Und vor ein paar Jahren haben wir in Nestlé-Säuglingsmilch schon mal krebserregende Mineral- und Rückstände nachgewiesen. Wir haben Nestlé und die zuständige Lebensmittelbehörde jetzt dazu aufgefordert, alle Informationen zu veröffentlichen. Und außerdem brauchen wir eine Reform des Unternehmensstrafrechts. Bei solchen schwerwiegenden Verstößen muss es Sanktionen und Geldstrafen geben, die den Unternehmen wirklich wehtun. Es braucht Konsequenzen, die abschrecken.“

Auf der Seite von Nestlé Deutschland ist am 5. Januar 2026 von einem vorsorglichen Rückruf die Rede. Der Rückruf sei eine Vorsichtsmaßnahme aufgrund einer möglichen Verunreinigung in einer der Zutaten eines Zulieferers. Und es seien bislang keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden.