Orange the World gegen Gewalt und Femizide

Weil „Rot sehen“ jeden Tag tödlich ist, sehen wir heute Orange. Auch bei der EU-Kommission.

„Wir tragen heute orangefarbene Schals, weil wir zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen wieder und wieder mal betonen wollen: geschlechtsspezifische Gewalt ist inakzeptabel!“

Zum weltweiten „Orange the World Day“ werden offizielle Gebäude, wie das der EU-Kommission in Brüssel, orangefarben angestrahlt, oder, jeder von uns kann orangefarbene Lichter ins Fenster stellen, um ein Zeichen zu setzen. Denn, um häusliche Gewalt, Stalking, den Einsatz von K.O.-Tropfen, sexuelle Gewalt, täglichen Terror, Freiheitsberaubung, Bedrohungen in der digitalen Welt und so vieles mehr zu stoppen, braucht es noch viel mehr Einsatz. Das haben auch Bundesinnenminister Dobrindt und Familienministerin Prien jetzt noch einmal bei der Vorstellung der offiziellen, gestiegenen Zahlen des Bundeskriminalamtes betont:

„Auf die Frage, tut die Politik schon ausreichend viel, um die Frauen vor Gewalttaten zu schützen, muss die Antwort heißen: NEIN! (…) Und nach wie vor ist es so, dass viel Betroffene schweigen, aus Angst, oder aus Scham. Und eigentlich müssen wir als Gesellschaft beschämt sein, dass wir solche Entwicklungen zulassen.“

Deutschland will u.a. nach spanischem Vorbild mit elektronischen Fußfesseln für die Angreifer arbeiten, um Opfer häuslicher Gewalt besser zu schützen. Um effektive Maßnahmen gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt zu entwickeln, arbeitet die EU mit länderspezifischen Datensammlungen. Auch Männer werden jeden Tag Opfer von häuslicher Gewalt. Doch 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen und Mädchen. Weil offiziell erfasste Zahlen nur das Hellfeld abdecken, wird in Deutschland auch an einer Dunkelfeld-Studie gearbeitet. Die Ergebnisse sollen im kommenden Januar vorgestellt werden.