Frontex, die Europäische Grenzschutzbehörde, arbeitet mit insgesamt 3600 Frontex-Offizieren daran die Europäischen Außengrenzen zu sichern und illegale Grenzüberschreitungen zu unterbinden. Und diese sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres tatsächlich stark gesunken. Um 22 Prozent.
Amélie Förster aus dem Euranetplus Team, was hat dazu geführt?

Einerseits liegen die stark gesunkenen Zahlen an der Wetterlage in diesem Jahr. Dadurch kamen besonders im August viel weniger Menschen, besonders über das östliche Mittelmeer, als sonst. Auch war die Quote der Entdeckungen solcher illegalen Überfahrten viel höher als sonst. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 280% mehr illegale Überfahrten entdeckt werden. Dies im Speziellen auf der Strecke Libyen-Kreta. Während der Druck auf die europäischen Grenzen insgesamt gesunken ist, ist er auf die britischen Grenzen gestiegen. Und das um 14 Prozent. Insgesamt wurden in Richtung EU knapp 135 000 illegale Grenzübertritte auf unterschiedlichen Routen registriert.
In Marokko gab es Präventionsmaßnahmen, um diese illegalen Überfahrten zu unterbinden. Wie ist die Lage dort?
Die Präventionsbemühungen Marokkos haben dazu geführt, dass die Schmuggelerbanden in Marokko und Algerien nun enger zusammenarbeiten. Dazu gehört auch der Transport von Migranten in Schnellbooten mit sehr leistungsstarken Motoren. Die Zahlen von Frontex belegen, dass die illegalen Grenzüberschreitungen im Westlichen Mittelmeerraum erneut um 28 Prozent gestiegen sind. Die meisten Menschen kommen über diese Strecken aus Algerien, Somalia und Marokko. Beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren sind in diesem Jahr bereits 1299 Menschen gestorben.