Die EU-Kommission will demnächst eine Strategie vorstellen, um den Zugverkehr in Europa schneller und einheitlicher machen. Denn noch sieht es so aus, dass das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz an nationalen Grenzen den „Anschluss verpasst“. Da sind zum Beispiel unterschiedliche Spurweiten, und Signalsysteme, die die grenzüberschreitenden Verbindungen erschweren. Die Pläne, ein EU-weites Netz zur Verdoppelung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs bis 2030 aufzubauen und eine Verdreifachung bis 2050, klingen da sehr ambitioniert. Aus deutscher Sicht gibt es noch viel zu tun, wie auch Verkehrsminister Schnieder gerade zum Tag der Schiene in seinem Grußwort gesagt hat.

„Klar ist, dass wir mit Geld allein wird die Bahn nicht besser. Wir brauchen in den kommenden Jahren viele starke Hände und schlaue Köpfe, damit sie verlässlichere, sicherer und moderner wird.“
Bei einer Debatte im EU-Parlament sind vor knapp einem Jahr fraktionsübergreifend klare Forderungen an ein besser funktionierendes, nachhaltiges und attraktives EU-Schienennetz gestellt worden.
„Wir sind uns alle einig, wir wollen ein attraktives Schienennetz, wir wollen Züge voll mit glücklichen Passgieren, und doch – nach Jahren des Versuchens kann ich immer noch kein Ticket über Grenzen oder Betreiber hinweg kaufen. Es muss ein Ticket für eine Reise geben. Also, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, den Gütertransport optimieren und der Lebensrealität viele Pendlerinnen und Pendler – und da gilt auch der Nahverkehr – und den Menschen in Europa ankommen wollen, rennt uns die Zeit tatsächlich langsam weg.“
Die Gemeinschaft der Europäischen Bahnen hat im Juli eine Umfrage veröffentlich. Und die zeigt, dass drei von vier EU-Bürgerinnen und Bürgern lieber mit dem Hochgeschwindigkeitszug als mit dem Flugzeug reisen würden, wenn die Verbindungen zwischen Hauptstädten und großen Ballungszentren schnell und zuverlässig wären. Das Hochgeschwindigkeitsschienennetz für die EU ist auch Thema in der aktuellen Folge des Euranet Plus-Panoramapodcast.