Wie kann Armut in der EU bekämpft werden? Diese Frage stellt die EU-Kommission und bittet uns alle um Meinungen und Beiträge. Die Kommission arbeitet an der ersten EU-Strategie gegen Armut. Sie ruft Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und Organisationen auf, sich zu beteiligen. Fragen sind: wie wird Armut wahrgenommen? Was sind die Ursachen? In ihren politischen Leitlinien für ihr zweites Mandat hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im vergangenen Jahr davon gesprochen, dass die EU auch weiter am sozialen Dialog arbeiten müsse.
EU/Etienne Ansotte Ursula von der Leyen,
„Viele neue Herausforderungen sind entstanden – von den Auswirkungen der KI über psychische Gesundheit am Arbeitsplatz bis hin zu neuen Ursachen der Armut. Wir brauchen einen neuen Aktionsplan für die Umsetzung der (Sozialen) Säule. Wir müssen faire Übergänge und gute Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmer und Selbstständige sicherstellen. Entscheidend dafür ist der soziale Dialog – das Markenzeichen unserer sozialen Marktwirtschaft. Wir werden uns daher für mehr Tarifverhandlungen einsetzen und den europäischen sozialen Dialog stärken. Und wir werden uns mit den Themen befassen, die die Europäer in ihrem täglichen Leben am stärksten spüren.“
Die Strategie gegen Armut soll im kommenden Jahr vorgestellt werden. Das Ziel ist, den Menschen, die es am dringendsten brauchen, den notwendigen Schutz zu bieten und die Ursachen der Armut zu bekämpfen. Wir müssen den Kreislauf der Armut durchbrechen, sagt die zuständige Kommissarin Roxana Mînzatu. In der EU sei einer von fünf Erwachsenen und eines von vier Kindern von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Bis 2030 soll die Zahl der von Armut betroffenen Menschen in der EU um mindestens 15 Millionen gesenkt werden.