Der vergangene Juni war der heißeste in Westeuropa, seit Beginn der Wetteraufzeichnung, heißt es vom EU-Klimadienst Copernicus. Dazu beigetragen haben die Hitzewellen vom 17. bis 22 Juni und zwischen dem 30. Juni und 2. Juli. Und das Frühjahr war in weiten Teilen Europas zu trocken. Mit aktuell verheerenden Folgen:
EU//Christophe Licoppe Hadja Lahbib
„Allein in den letzten zehn Tagen sind Tausende Hektar in Frankreich, Griechenland, Deutschland, Spanien, Albanien, Serbien und der Türkei verbrannt. Wir erleben die Zerstörung von Ökosystemen, deren Erholung Jahre, ja Jahrzehnte dauern wird. Und unsere Bürger spüren die Auswirkungen dieser Wetterextreme in ihrem Zuhause, ihrer Gesundheit und ihrer Lebensgrundlage. Dies sind keine fernen Warnungen. Sie sind die direkte Folge des Klimawandels. Und sie senden uns eine klare Botschaft.“
EU-Kommissarin Hadja Lahbib, zuständig für Vorsorge und Krisenmanagement hat bei einer Debatte im EU-Parlament zur Vorbereitung und Vorsorge der Waldbrand- und Dürresaison die EU-Abgeordneten aufgefordert, bei den anstehenden Verhandlungen zum nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU diese Zeichen des Klimawandels im Hinterkopf zu haben.
„Lassen Sie uns eines klarstellen: Vorsorge braucht Ressourcen. Wir brauchen mutige und nachhaltige Investitionen in Prävention und Vorsorge. Und natürlich Wiederherstellung. Das ist nicht nur für den Wiederaufbau unerlässlich, sondern auch, um den von der Katastrophe Betroffenen Hoffnung und Unterstützung zu geben. Der EU-Solidaritätsfonds ist ein wichtiges Instrument, um sicherzustellen, dass im Krisenfall kein Land allein gelassen wird. Deshalb zähle ich auf Ihre Unterstützung, um in den bevorstehenden MFR-Verhandlungen ein hohes Maß an Ambitionen aufrechtzuerhalten. Es geht hier nicht um politische Verhandlungen. Es geht um Solidarität.“
Diese Solidarität gibt es auch über den EU-Katastrophenschutz-Mechanismus. Jedes Land innerhalb der EU kann bei Waldbränden rund um die Uhr Unterstützung anfordern. Die EU hat eine Flotte von 22 Löschflugzeugen, vier Helikoptern und Brandbekämpfungsteams am Boden, die auf Standby sind. Über den Copernicus-Notfalldienst können auch Satellitenkarten von betroffenen Waldbrandgebieten erstellt werden.