Dass es sich lohnen muss, die Natur heil zu machen, statt sie zu zerstören, darüber hatten wir von Euranet Plus vor Kurzem berichtet. Die zuständige EU-Kommissarin hatte dazu Anfang Mai ihre Gedanken vorgestellt. Wir brauchen ein Preisschild für die Natur, hat Jessika Roswall gesagt.
EU/Claudio Centonze Jessika Roswall
„Man kann reich werden, indem man fossile Brennstoffe aus dem Boden holt, aber sicher nicht, indem man Kohlenstoff zurück in den Boden bringt. Man kann gutes Geld verdienen, indem man einen Wald dem Erdboden gleichmacht, aber nicht, indem man einen neuen pflanzt und ihn alt werden lässt.“
Soll heißen: Wer sich beim Geschäfte machen um den Umwelt- und Naturschutz bemüht, soll auch etwas davon haben.
„Stellen Sie sich vor, IT-Unternehmen würden für die Renaturierung von Torfmooren zahlen, um von mehr und zuverlässigeren Süßwasserquellen zur Kühlung ihrer Rechenzentren zu profitieren. Das ist bereits Realität. (…) In Estland entsteht derzeit ein freiwilliger Markt, der private Waldbesitzer für die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Parzellen belohnt – von Unternehmen, die von gesünderen Wäldern profitieren – von Tourismusunternehmen bis hin zu energieintensiven Unternehmen.“
Die EU-Kommission nennt es „Investitionen in den Schutz der Natur“, oder „Naturgutschriften“. Das sind Investitionen in naturfreundliche Maßnahmen eines Unternehmens, eines Finanzinstituts, einer öffentlichen Einrichtung oder durch Bürgerinnen und Bürger, die im Gegenzug von saubereren Ökosystemen, einer Risikominderung, einem besseren Ruf und einer höheren sozialen Akzeptanz von Projekten profitieren können. Wie diese Naturgutschriften am besten aussehen sollten, dazu hat die Kommission auch eine öffentliche Befragung gestartet. Sie will einmal eine Expertengruppe an den Start bringen, um gute Ideen für lukrative Naturgutschriften zu sammeln. Aber auch wir alle sind bis Ende September gefragt, Vorschläge zu machen.