Kommission eröffnet formelles Verfahren gegen Temu

Die EU-Kommission hat ein formelles Verfahren gegen den Billig-Online-Händler Temu eröffnet. Es soll geprüft werden, ob Temu gegen den „DSA“, das Gesetz über digitale Dienste in der EU verstößt. Kommissionssprecher Thomas Regnier.

„Bei den möglichen Verstößen geht um den Verkauf illegaler Produkte, das potenziell süchtig machende Design des Dienstes, dem System zur Empfehlung von Käufen und dem Datenzugang für Forscher.“

Holger Winkelmann | Euranet Plus

Im Detail heißt es von der EU-Kommission etwa zum möglichen Suchtfaktor beim Design, dass es u.a. spielähnlicher Belohnungsprogramme gebe. Wenn es um den Zugang von Daten für Forscher geht, ist Temu nach dem DSA verspflichtet, öffentliche Daten für die Forschung zugänglich zu machen. Temu gilt nach dem Gesetz über digitale Dienste in der EU als „sehr große Online-Plattform“. Temu hat im September monatlich mehr als 92 Millionen aktive Nutzer in der EU gemeldet. Das bringt laut EU-Kommission strenge Verpflichtungen mit sich.

„Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte die Kommission eine Strafe von 6 Prozent des globalen Jahresumsatzes von Temu verhängen. Die Kommission wird jetzt eine eingehende Untersuchung durchführen. Wir laden Temu ein, bei dem Prozess zu kooperieren.“

Die EU-Kommission will jetzt weiter Beweise sammeln, und sich dabei u.a. auch an Dritte für Auskünfte richten.