Noch wird geredet, noch ist nichts entschieden. Aber EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bleibt bei ihrer Entscheidung, eine „ausgewogene“ EU-Kommission zusammenzustellen. Wie sie in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz gesagt hat, geht es ihr um Kompetenz und eine einfache Tatsache.
„Half of the people of the European Union are women.“
Amélie Förster | Euranet Plus Und diese weibliche Hälfte der Europäer soll im Kollegium der Kommissare und Kommissarinnen auch abgebildet werden. Doch noch sind es neben von der Leyen selbst und der Estin Kaya Kallas als designierte EU-Chefdiplomatin nur acht weitere Kandidatinnen. Dem stehen 17 männliche Kandidaten gegenüber. Beziehungsweise 18 Männer. Denn nur Bulgarien ist der Bitte von der Leyens nachgekommen, eine männliche und eine weiblich Person vorzuschlagen. Jetzt geht es an die Feinarbeit. Die Kommissionspräsidentin will sich am Mittwoch dieser Woche mit der Konferenz der Präsidenten des EU-Parlaments treffen. Das sind Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und die Fraktionsvorsitzenden. Es geht um die vorgeschlagene Struktur und die Aufgabenbereiche des Kollegiums der Kommissare. Das EU-Parlament wird die Kandidaten und Kandidatinnen ebenfalls unter die Lupe nehmen. Bei den Anhörungen in den jeweiligen Fachausschüssen des Parlaments kann es passieren, dass die Abgeordneten nicht zustimmen, und die Mitgliedstaaten eine andere Person nominieren müssen. Das und angesichts des Geschlechterstreits ist noch nicht klar, ob die neue EU-Kommission wie geplant zum 01. November 2024 ihre Arbeit aufnehmen kann. Für Ursula von der Leyen ist eines klar:
„Ich habe mein ganzes politisches Leben dafür gekämpft, dass Frauen Zugang zu Entscheidungs- und Führungs-Positionen bekommen. Und meine Erfahrung ist: Wenn du nicht fragst, bekommst du es nicht. Es passiert nicht von selbst.“