Menschen oder Umwelt wird geschadet? – EU-Parlament fordert neues Gesetz für Unternehmen

Am Freitag endet die 27. UN-Klimakonferenz in Scharm El-Scheich.

Es geht ums Klima, Klimagerechtigkeit und feste Pläne und Richtlinien für die Zukunft der gesamten Welt. Parallel hat auch das EU-Parlament diskutiert und ist sich einig: Es soll neue Richtlinien geben, mit denen Unternehmen zukünftig zur Rechenschaft gezogen werden sollen, wenn ihr Handeln den Menschen oder der Umwelt schadet.

Amélie Förster aus dem Euranetplus-Team, wie sehen die Pläne des EU-Parlaments denn genau aus?

Mit einem neuen Gesetz sollen Unternehmen zukünftig dazu verpflichtet werden detaillierte Berichterstattungen über die Auswirkungen ihrer Arbeit auf Menschen und Umwelt vorzulegen. Die Kriterien für diese Berichte sollen – das ist ja auch irgendwie klar – an den Klimazielen der EU orientieren. Dem Greenwashing soll es so an den Kragen gehen.

EU/Sascha Schuermann

GERMANY, COLOGNE:
The dried-up bank of the Rhine pictured in Cologne, Germany on September 12, 2022. Due to low precipitation and persistently high temperatures, the water level in the Rhine has dropped sharply.
European Commission/Sascha Schuermann

Mit den neuen Regeln soll die soziale Marktwirtschaft in der EU gestärkt werden und auch Nachhaltigkeitsstandards gesetzt werden, die auch über die EU hinaus, auf globaler Ebene, wirken sollen. So zumindest die Hoffnung des EU-Parlaments.

Und welche Unternehmen sind von den Regeln zukünftig betroffen?

Zunächst mal alle großen Unternehmen in der EU, das betrifft sowohl die börsennotierten Unternehmen wie auch alle anderen. Bei KMUs soll es zunächst mal nur die börsennotierten Unternehmen betreffen und diese sollen im Vergleich zu den „Großen“ mehr Zeit bekommen, die neuen Regeln umzusetzen.

Das Parlament fordert aber, dass die verbindlichen Vorschriften nicht nur für Unternehmen innerhalb der EU gelten sollen, sondern auch für Nicht-EU-Unternehmen, die in der EU in erheblichem Umfang tätig sind. Das meint Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 150 Millionen Euro pro Jahr.