„Auch in diesem Land ist es für uns noch immer zu gefährlich“

Zum internationalen Holocaust Gedenktag gab es heute Gedenkstunden im EU-Parlament und im deutschen Bundestag. Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – Birkenau durch die Rote Armee jährt sich heute zum 76. Mal. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich zum Gedenktag besorgt über den wieder zunehmenden Hass auf Juden in Europa und auch außerhalb Europas gezeigt.

EU/Etienne Ansotte

Ursula von der Leyen

Im Bundestag hat Marina Weißband als Vertreterin der jungen Generation erklärt, warum jüdisches Leben auch heute noch, heute wieder aus Sicherheitsgründen häufig verdeckt stattfindet.

„Auch in diesem Land ist es für uns noch immer zu gefährlich, sichtbar zu sein. Wir verschicken unsere Gemeindepost in unmarkierten Briefumschlägen. Wir laufen zum Gebet, ins Gemeindezentrum, in die jüdische Schule und in den Kindergarten an bewaffneten Wächtern vorbei. Und wir sind dankbar für den Schutz. Aber das macht was mit einem. Jüdin in Deutschland zu sein bedeutet, durch seine bloße Existenz, die Erinnerung der Shoa und des modernen Antisemitismus, von Schuld und Versöhnung in sich zu tragen.“