Humanitäre Helferinnen und Helfer geraten bei Einsätzen immer häufiger selbst in Lebensgefahr. Auf einer internationalen Konferenz in Brüssel geht es aktuell um ihren Schutz. 2025 sind laut EU-Kommission weltweit 1.187 humanitäre Helfer getötet, verletzt, entführt oder inhaftiert worden. EU-Kommissarin Hadja Lahbib hat auf der Konferenz davon gesprochen, dass ihr Leben als Journalistin, Außenministerin und EU-Kommissarin für Krisenmanagement sie in viele Krisen- und Katastrophengebiete dieser Welt geführt habe.
EU//Christophe Licoppe Hadja Lahbib
„Und überall, wo ich war; jemand von vor Ort, hat uns den Weg gezeigt. Ich habe Helfer Leben retten gesehen, sie haben uns durch die Checkpoints gebracht. Sie kannten alle Wege und alle Gefahren. Und für mich geblieben ist: wir konnten immer gehen, aber sie sind zurückgeblieben.“
Ein Beispiel: Als die Taliban in Afghanistan wieder an die Macht gekommen sind, haben westliche Staaten 2021 ihre Truppen schnell abgezogen. Zurückgeblieben in großer Gefahr sind viele lokale Kräfte und humanitäre Helferinnen und Helfer. Wenn humanitäre Helferinnen und Helfer in Gefahr geraten, sind es 80 bis 90 % einheimische oder lokal rekrutierte Kräfte, sagt Lahbib. Sie fahren Krankenwagen oder Lebensmitteltransporter, sie übersetzen, und helfen, wo sie gebraucht werden. Oft sind die Situationen gefährlich. Die bekannten Schutz-Symbole, wie die weiße Flagge, das rote Kreuz oder blaue Helme haben ihre internationale Bedeutung mancherorts verloren. Eigentlich gilt:
„Nicht schießen! Heute sind sie für manche eine Zielscheibe.“
Der Schutz von humanitären Helferinnen und Helfern geht für die Kommissarin Hand in Hand mit der Achtung des humanitären Völkerrechts und Geld. Doch viele Länder, darunter auch EU-Staaten, kürzen die Mittel für Entwicklungshilfe. Die EU hat im Jahr 2026 über die Initiative „Protect Aid Workers“ 3,5 Millionen Euro an Finanzmitteln für die Sicherheit von humanitären Helfern mobilisiert.