Die Arktis geht uns alle an

Es ist kalt da oben, und für uns Normalos als Lebensort kaum vorstellbar. Und doch…die USA, China, Russland und auch die EU, alle wollen ein Stück der gut gefüllten riesigen Eisbombe Arktis. In Finnland sind jetzt EU-Spitzenpolitikerinnen und -Politiker zusammengekommen, um die EU-Ansprüche zu definieren. Der finnische Premierminister und Gastgeber Petteri Orpo sagt: die Arktis geht uns alle an.

Die offizielle Flagge der europäischen Union mit im Kreis angeordneten gelben Sternen auf dunkelblauem Grund
„Es besteht ein großer Bedarf an konkreten Maßnahmen der EU in der Arktis. Unser Sicherheitsumfeld hat sich grundlegend gewandelt. Die Arktis hat sich zu einem zentralen Schauplatz der Rivalität zwischen Großmächten entwickelt. Ihre wichtigen natürlichen Ressourcen und neuen Seewege wecken Interesse, während die Auswirkungen des Klimawandels den entscheidenden Rahmen für alle Entwicklungen in der Region vorgeben. Die Arktis ist ein zentrales europäisches Sicherheitsinteresse. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Sicherheit.“

Für den Finnen Petteri Orpo ist Russland auf lange Sicht die bedeutendste Bedrohung für die Sicherheit und Stabilität in der Arktis. Fünf EU-Länder und Norwegen haben den direkten Nachbarn Russland. In Finnland ist die Grenze zu Russland über 1.300 Kilometer lang. Und damit sei die Arktis auch die Grenze der EU zu Russland. Die EU müsse mehr für die Stabilität und den Wohlstand Region tun, so Orpo. EU-Ratspräsident Antonio Costa ergänzt.

„Neben der geopolitischen und sicherheitspolitischen Dimension dürfen wir weder die große Bedrohung aus den Augen verlieren, die der Klimawandel für die Region darstellt, noch die wirtschaftlichen Chancen, die er für unsere strategische Autonomie bietet – insbesondere im Hinblick auf kritische Rohstoffe. Aus diesem Grund aktualisieren die EU-Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst derzeit die Arktis-Strategie der Europäischen Union, um sicherzustellen, dass sie den Anforderungen einer neuen Welt mit ihren geoökonomischen und ökologischen Herausforderungen gerecht wird.“

Bundeskanzler Friedrich Merz hat es mit den Worten zusammengefasst: Die Zeit von wenig Beachtung für den hohen Norden ist vorbei.