Raffinerien in Europa verarbeiten Rohöl zu Produkten wie Diesel und Kerosin. Doch seit 2009 sind die Produktionskapazitäten zurückgegangen, weil heimische Raffinerien geschlossen wurden. Und das in schwierigen Zeiten, wie EU-Kommissar Dan Jørgensen jetzt nach Gesprächen mit europäischen Raffinerien gesagt hat.
Lukasz Kobus „Wieder mal sieht sich Europa wegen der geopolitischen Turbulenzen mit einer Energiekrise konfrontiert. (…) Wir sind aktuell in einer sehr ernsten Situation. Es sieht nicht so aus, dass wir ein Versorgungsproblem haben, aber ich würde davor warnen, das klein zu reden. Denn, bei Unternehmen, die sich den Kraftstoff nicht leisten können, oder Bürgern, die sich den Sprit nicht leisten können, oder die Wohnung zu heizen, ist es egal, ob es ein Versorgungsproblem gibt. Denn wenn sie es sich nicht leisten können, ist es egal, ob genug da ist, um gekauft zu werden.“
Jetzt werde daran gearbeitet, den Ausstoß von Raffinerieanlagen in Europa zu erhöhen. Die Branche habe Vorschläge gemacht, die die EU-Kommission prüfen müsse. Denn letztendlich müssen wir die Kraftstoffpreise senken, so Jørgensen. An den Gesprächen hat auch der EU-Kommissar für Verteidigung teilgenommen. Denn unsere Verteidigungsbereitschaft und genug Kraftstoff gehen Hand in Hand, sagt Andrius Kubilus
„Verteidigung ohne Kraftstoff ist unmöglich. Wie Nato-Experten heute dargelegt haben, wird Verteidigung auch in den kommenden Jahren nicht ohne herkömmliche fossile Brennstoffe möglich sein. Das müssen wir berücksichtigen, wenn wir über den Wandel beim Kraftstoffverbrauch und die Zukunft unserer Raffinerien sprechen. Wir müssen uns dessen bewusst sein – und wir müssen zudem ganz klar sein: Wir müssen den langfristigen Kraftstoffbedarf des Militärs in unsere Überlegungen einbeziehen. Dabei gilt es sowohl den Bedarf in Friedenszeiten als auch den Bedarf in möglichen kriegerischen Krisensituationen zu berücksichtigen.“