Die EU-Kommission will Klimaresilienz in allen wichtigen Politikbereichen verankern und hat einen EU-Rahmen zur Klimaresilienz vorgestellt. Der sieht u.a. vor, dass Schäden durch Dürren, Hitze, Überschwemmungen, Niedrigwasser, Stürme und andere Auswirkungen des Klimawandels besser versichert sind. Denn, sagt EU-Kommissarin Teresa Ribera, der Klimawandel ist auch ungerecht.
Aurore Martignoni „Weniger als ein 1 Euro von 5 Euro, weniger als ein Fünftel der Schäden ist versichert; die Last für den Rest tragen die Bürger, Unternehmen und die öffentlichen Haushalte. Wenn wir nicht vorbereitet sind, trifft es zuerst die am stärksten gefährdeten Gruppen – ältere Menschen, Landwirte und Familien ohne Versicherungsschutz –, denn der Klimawandel wirkt sich zudem sozial ungerecht aus.“
Klimaresilienz sei auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit, der Sicherheit, der Gesundheit und des Wohlstands in der EU, so die Kommissarin.
„Manche mögen sagen, Resilienz sei teuer –doch die eigentliche Frage ist: Was kostet es uns tatsächlich, unvorbereitet zu sein? Und was ist mit der Hitze und den extremen Bedingungen in diesem Sommer? Die Kosten werden auf rund 180 Milliarden Euro geschätzt – das entspricht 1 % unserer gesamten Wirtschaftsleistung. In der Realität bedeutet das: Landwirte müssen zusehen, wie ihre Ernte ausfällt. Kraftwerke müssen abgeschaltet werden – nicht etwa wegen Brennstoffmangels, sondern weil es an Wasser fehlt. Arbeitskräfte, die im Freien arbeiten, erleiden bei extremer Hitze Schwächeanfälle oder sterben sogar.“
Der EU-Rahmen für Klimaresilienz soll für mehr Effizienz und weniger Verwaltungsaufwand in den Mitgliedstaaten sorgen. Auch soll eine regelmäßigere Klimarisikobewertung eine Vergleichbarkeit zwischen EU- und nationalen Bewertungen ermöglichen. Außerdem sollen eine Beratergruppe für Katastrophenvorsorge und eine Initiative zur Ermittlung der 100 klimagefährdetsten Gebiete Europas einberufen werden.