Wenn in der EU von Regionen in „äußerster Randlage“ die Rede ist, denken die meisten sicher eher an Gegenden wie die finnische Tundra, oder vielleicht auch das Donaudelta in Rumänien. Aber, die EU ist noch viel weiter weg.
„Wir reden hier von neun Regionen: Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, La Réunion und Saint-Martin, die zu Frankreich gehören, die Azoren und Madeira, die zu Portugal gehören, sowie die Kanarischen Inseln, die zu Spanien gehören. Sie liegen Tausende von Kilometern vom europäischen Festland entfernt – in Südamerika, in der Karibik sowie im Atlantischen und Indischen Ozean. Aber sie sind ein Teil der EU.“

EU-Kommissions-Vize Raffaele Fitto hat jetzt eine neue Strategie vorgestellt, mit der die EU sich global selbst stärken will, und die das Leben der mehr als fünf Millionen Menschen, also EU-Bürgerinnen und Bürger, die dort leben, verbessern soll. Wir denken bei diesen Regionen vor allem an schöne Urlaubsziele.
„Doch hinter diesem Image verbirgt sich eine komplexere Realität. Sie sehen sich mit strukturellen Nachteilen konfrontiert, die mit der geografischen Lage, der Anbindung, kleinen Märkten und der Anfälligkeit für externe Schocks zusammenhängen. Zudem haben die Menschen in einigen dieser Gebiete nach wie vor Schwierigkeiten, Zugang zu Grundgütern und wesentlichen Dienstleistungen zu erhalten.“
Die neue Strategie zur Stärkung der äußersten Regionen der EU hat vier Hauptziele. Es geht um mehr soziale Gerechtigkeit, Wirtschaftliche Stärkung, mehr Resilienz mit dem Stichwort Klimawandel und die Nutzung des geostrategischen Potenzials. Doch es geht auch um Chancen, die sich wegen der geografischen Lage der neun Regionen bieten.
„Sie bilden die europäischen Tore nach Lateinamerika, in die Karibik, nach Afrika und in den Indopazifik. Diese Meeresgebiete machen mehr als die Hälfte der ausschließlichen Wirtschaftszonen der EU aus. Sie sind von Bedeutung für unsere Sicherheit, die maritime Überwachung, Energie, Forschung, biologische Vielfalt und den Zugang zum Weltraum. Kourou in Französisch-Guayana ist beispielsweise Europas wichtigstes Tor zum Weltraum.“