Verbraucher- und Publisher-Schutz bei Videospielen

Online kaufen wir ein und online können wir auch spielen. Wenn der online gekaufte Toaster kaputt geht, gibt es in der EU das Recht auf Reparatur. Doch beim Spielen kann der Spaß vorbei sein, wenn der Herausgeber die Leitung kappt. Das ist die absichtliche Verkürzung der Lebensdauer von Produkten und sollte auf dem EU-Binnenmarkt keinen Platz haben, sagt die Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz im EU-Parlament Anna Cavazzini.

„Ich hoffe daher und appelliere nachdrücklich an die EU-Kommission, eine Lösung zu erarbeiten, die sicherstellt, dass das spezifische Modell der Lizenzvergabe auch für Gamer das gleiche Maß an Verbraucherschutz gewährleistet – eine Lösung, die ein unvorhersehbares und willkürliches Ende des Spielvergnügens verhindert.“

InternetMaike Maier

„Stop Destroying Videogames“ sagt eine Europäische Bürgerinitiative. Die Initiative fordert, dass Herausgeber, die Videospiele, in der EU verkaufen oder lizenzieren, verpflichtet werden, diese Videospiele in einem funktionalen spielbaren Zustand zu belassen. Und über 1 Million Menschen unterstützen die Forderung. Im EU-Parlament hat jetzt auch der Vorsitzende des Rechtsausschusses Ilhan Kyuchyuk gefordert: Verbraucherschutz in der digitalen Welt muss sein, aber auch der Schutz der Kreativen.

„Wir müssen auch anerkennen, dass Publisher – insbesondere kleine Start-ups – auf nachhaltige Geschäftsmodelle angewiesen sind, um weiterhin kreativ tätig sein zu können. Häufig haben sie mit steigenden Kosten, fragmentierten Märkten und den Risiken der Piraterie zu kämpfen. (…) Bei unserer Anhörung haben sich mehrere Prioritäten herauskristallisiert. Erstens: ein fairer Zugang für die Spieler, einhergehend mit verstärkten Transparenz- und Informationspflichten gegenüber den Verbrauchern. Zweitens: Schutz für die Publisher. Drittens: klare Regeln für den Erhalt von Spielen sowie für die Erarbeitung entsprechender Lösungen. Viertens: gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer.“

Die Antwort der EU-Kommission wird bis Ende Juli 2026 erwartet.