Die hohen Ziele der Armutsbekämpfung

Im Englischen gibt es das Sprichwort: „Aim high, shoot low“. Das könnte man im weitesten Sinne übersetzten mit: Steck dir hohe Ziele, und fang klein an. Bei der EU-Kommission geht es gerade mehr nach dem Motto: „Aim high, shoot high“:

„Ohne Ambitionen, keine Aktion!“

EU-Kommissionsvizepräsidentin Roxana Mînzatu will deshalb bei der ersten EU-Strategie zur Armutsbekämpfung genau diese hohen Ziele anvisieren, um das zu erreichen, zu dem sich die EU und ihre Mitgliedstaaten verpflichtet haben: bis 2030 sollen im Vergleich zu 2019 15 Millionen Menschen aus der Armut geholt werden. Stand jetzt sind laut der EU-Statistikbehörde Eurostat fast 93 Millionen Menschen in der EU von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.

European Union , 2024

„Und Fakt ist, mit der aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Lage droht die Lage schlimmer zu werden. Das baut sich zu einem wirtschaftlichen und auch sozialen Notfall auf.“

Die Strategie zur Armutsbekämpfung basiert auf drei Säulen: Wohnen, Arbeitsplätze und Kinder. Um beispielsweise zu verhindern, dass Menschen ihr Zuhause verlieren, sollen Frühwarnsysteme, Unterstützung wie Schuldenberatung oder gezielte Mietbeihilfe helfen. Auch die etwa 50 Millionen Menschen, die arbeiten könnten, es aber nicht tun, etwa weil sie Kinder oder Angehörige versorgen, sollen bessere Unterstützung bekommen, um arbeiten gehen zu können. Kinder sollen gezielt unterstützt werden, um besseren Zugang zu Dienstleistungen und Möglichkeiten zu bekommen. Gegen die Armut zu kämpfen, kostet Geld.

„Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können zu handeln, sondern ob wir es uns leisten können, nicht zu handeln. Im Laufe dieses Jahres wird die Kommission eine neue Koalition gegen Armut ins Leben rufen, die Unternehmen und philanthropische Organisationen zusammenbringt, um konkrete Verpflichtungen zur Armutsbekämpfung einzugehen.“

Denn das ganz große Ziel ist, Armut bis 2050 zu beseitigen.