Foodwatch reicht Klage wegen Babynahrung ein

Im Dezember waren vereinzelt Warnungen aufgetaucht, dass in Babynahrung Stoffe sein können, die Babys krank machen können. Erst Anfang Januar hatte der Hersteller Nestlé dann einen Rückruf „Alfamino“ und „Beba“ gestartet, mit dem Hinweis, dass in bestimmten Chargen Bakteriengifte sein könnten, die bei Babys u.a. zu Erbrechen führen könnten. Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch hat die späten oder verhaltenen Reaktionen kritisiert und jetzt Klage in Frankreich gegen Nestlé, Danone und die zuständigen Behörden eingereicht. Die EU-Kommission sagt auf die Frage, ob von Seiten der EU zu spät reagiert wurde: Wir sind Mitte Dezember informiert worden und haben schnell gehandelt, so die Sprecherin.

Holger Winkelmann | Euranet Plus

„Wir haben uns zügig mit den Mitgliedstaaten koordiniert, und dank unseres Schnellwarnsystems für Lebensmittel und Futtermittel – das übrigens weltweit einzigartig ist. Und das ermöglicht den Mitgliedstaaten schnell zu reagieren. Dank des Systems gab es ziemlich schnelle Rückrufe der Milchnahrung und Eltern in der EU wurden gewarnt, dass es eine potenzielle Gefahr für ihre Babys geben könnte.“

Foodwatch hat sich bei der Klage mit Eltern zusammengetan, deren Babys krank geworden sind. Weitere Betroffene können sich der Klage anschließen, heißt es von foodwatch. Die Klage fordert eine strafrechtliche Untersuchung möglicher Verstöße durch Hersteller und Aufsichtsbehörden. Die EU-Kommission sieht die Hauptverantwortung bei den Herstellern und den nationalen Behörden, Rückrufe zu starten und die Produkte im Falle eines Falles aus den Regalen zu entfernen.

„Wir haben mehrere Verhandlungen angestoßen, mit den Unternehmen und den Mitgliedstaaten. Im Januar hat es mehrere Meetings zum Thema gegeben, und die entsprechenden Produkte sind vom Markt genommen worden.“
Auf der Internetseite von Nestlé Deutschland war Anfang Januar von einem vorsorglichen Rückruf die Rede.