EU-Strategie gegen Rassismus

Ein Europa ganz ohne Rassismus. Ob das wohl geht? Die EU-Kommission sagt ja und hat ihre neue Strategie gegen Rassismus vorgestellt. Denn die Verteidigung der Europäischen Werte sei eine Notwendigkeit, sagt Kommissarin Hadja Lahbib.

„Die Folgen von Rassismus sind real. Roma haben eine um etwa acht Jahre geringere Lebenserwartung als der durchschnittliche Europäer. Und fast die Hälfte der in der EU arbeitenden Menschen afrikanischer Herkunft sind für ihre Jobs überqualifiziert. Rassismus schadet nicht nur Menschen, er schwächt auch unsere Wirtschaft. Rassismus und ethnische Diskriminierung kosten Europa jährlich fast 13 Milliarden Euro an entgangenem Wirtschaftswachstum. (…) Wir bekämpfen Rassismus in all seinen Formen – Rassismus gegen Schwarze, Antiziganismus, Antisemitismus, Rassismus gegen Asiaten und Hass gegen Muslime.“

EU//Christophe Licoppe

Hadja Lahbib

Die neue Strategie baut auf dem EU-Aktionsplan gegen Rassismus 2020-2025 auf. In den vergangenen fünf Jahren seien Fortschritte erzielt worden, heißt es von der Kommission. Doch eine Eurobarometer-Umfrage zur Diskriminierung zeigt, dass fast zwei von drei Bürgern rassistische Diskriminierung immer noch als ein weit verbreitetes Thema in ihren Ländern betrachten. Die Europäische Grundrechteagentur – FRA -hat im Oktober 2025 eine Studie zum Leben der Roma und der Reisenden vorgestellt. Dazu wurden 10.000 Menschen befragt. Und sie sagen Diskriminierung und gesellschaftlicher Ausschluss sind immer noch Alltag.

„Für jeden dritten Roma ist Diskriminierung bei der Jobsuche, der Wohnungssuche oder beim Arztbesuch an der Tagesordnung. Doch weniger als jeder Zehnte meldet Diskriminierung einer Gleichstellungsstelle. Die Jobchancen haben sich zwar verbessert, aber viele Roma-Familien leben weiterhin in Armut; sie sind viermal häufiger von Armut betroffen als der Rest der Bevölkerung.“