Die Wohnungskrise ist EU-weit ein großes Thema. Im EU-Parlament arbeitet seit fast genau einem Jahr ein Sonderausschuss an der Wohnungskrise. Das Ziel ist, Pläne zu erstellen, um mehr bezahlbaren und qualitativen Wohnraum zu schaffen. Denn, so sagt die Vorsitzende Irene Tinagli:
„Lange Zeit ist Wohnraum als lokale oder nationale Angelegenheit betrachtet worden. Doch die Treiber der heutigen Krise, wie Wohnungsmarkt-Dynamik, grenzübergreifende Investmentströme, demographischer Wandel, städtische Konzentration, die Ausweitung von Kurzzeitvermietungen und steigende Lebenskosten, all das geht über nationale Grenzen hinaus.“
Xavier Lejeune Auch die EU-Kommission arbeitet an Lösungen für die Wohnungskrise. Der zuständige Kommissar Dan Jørgensen hat im Dezember den allerersten EU-Plan für bezahlbaren Wohnraum vorgestellt. Im Sonderausschuss wurde der jetzt diskutiert, bevor die EU-Abgeordneten ihren Plan vorstellen. Gut so, war der Tenor unter den meisten Ausschussmitgliedern.
„Danke für die Vorstellung des Plans Ende letzten Jahres. Ich denke es ist extrem wichtig, diese Debatte zu starten.“
Kommissar Jørgensen will u.a. Vorschriften vereinfachen, junge und einkommensschwache Menschen unterstützen und bessere Lösungen für Obdachlose wie Housing First schaffen. Eine neue Europäische Wohnungsbauallianz zwischen Mitgliedstaaten, Städten, Regionen, EU-Institutionen, Wohnungsanbietern und -verbänden, Sozialpartnern, Industrie und Zivilgesellschaft soll die Umsetzung des Plans vorantreiben. Jetzt warte er voller Erwartungen auf den Plan des Sonderausschusses.
„Hoffentlich voller guter Ideen, die auch umgesetzt werden können.“