GPS-Jamming im Anflug auf Bulgarien

In modernen Zeiten hilft auf Reisen manchmal vor allem eins: Hardware – anders gesagt: eine gute alte Landkarte! Wir wissen nicht, ob der Pilot des Flugzeugs mit der EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen an Bord im Anflug auf Bulgarien am Wochenende auch eine hatte… was wir wissen ist; es gab da ein „GPS-Jamming“. Heißt, ein Störsender hat die GPS-Signale gestört. Wer, wann, was, warum? Von der EU-Kommission heißt es dazu:

EU/Etienne Ansotte

Ursula von der Leyen,

„Wir können bestätigen, dass es zu einer GPS-Störung kam, das Flugzeug aber sicher in Bulgarien gelandet ist. Von den bulgarischen Behörden liegen uns Informationen vor, dass sie eine offensichtliche Einmischung Russlands vermuten.“

Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat in den vergangenen Tagen sieben EU-Länder besuchet, die eine Grenze zu Russland oder Belarus haben. Bei ihren Besuchen in Lettland, Finnland, Estland, Polen, Litauen, Bulgarien und Rumänien ging es um die Zusammenarbeit EU-Nato und Prävention, aber auch um Aufdeckung, Verteidigung und Abschreckung von maritimen und hybriden Bedrohungen. Sollte also wirklich Russland hinter der GPS-Störung des Fluges der Kommissionschefin am Sonntag nach Bulgarien stecken, setze das ein weiteres Ausrufezeichen, so die Kommissionssprecherin gestern.

„Dieser Vorfall unterstreicht die Dringlichkeit der Mission, die die Präsidentin derzeit in den Frontstaaten durchführt. Dort hat sie die alltäglichen Herausforderungen der Bedrohungen durch Russland und seine Stellvertreter aus erster Hand erlebt. Und natürlich wird die EU nach diesem Vorfall weiterhin in Verteidigungsausgaben und die europäische Einsatzbereitschaft investieren.“
Aus deutscher Sicht hieß es gestern vom Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer: Das habe ich selbst schon erlebt. Und es ist nicht sehr angenehm.

„Aber darüber hinaus muss uns eins klar sein – losgelöst von diesem Fall: wir stehen zur Zeit immer wieder unter Sabotage, unter Spionage. Und wir unterliegen auch hybrider Einflussnahme, hybriden Aktionen. Die können wir ganz häufig auf staatliche Akteure, und dabei dann sehr häufig auch auf Russland zurückführen.“

Von russischer Seite wurden die Vorwürfe zurückgewiesen, für den Vorfall im Anflug auf Bulgarien verantwortlich gewesen zu sein.