Ein Anorak für indigene Kulturen der Arktis

Einen Anorak haben wir wohl alle. Diese Jacke, die vor Wind und Wetter schützt. Das Wort Anorak kommt aus der Sprache der Inuit. Und deren Kultur braucht einen Anorak. Denn den indigenen Völkern der Arktis weht schon seit langer Zeit ein scharfer Wind ins Gesicht, weil koloniale, politische und wirtschaftliche Interessen ihre Lebensweise bedrohen. Beim Arktis Forum in Brüssel ging es jetzt drei Tage lang um die Schätze und die Menschen der Arktis. Dabei stand auch das Thema Jugend der Arktis auf der Agenda.

Die offizielle Flagge der europäischen Union mit im Kreis angeordneten gelben Sternen auf dunkelblauem Grund

„Wir sind 33 Jugendliche aus der Arktis und Europa, die sich zusammengetan haben, um politische Empfehlungen für die EU und die arktischen Staaten zu erarbeiten.“

Leitender Koordinator des Arctic Youth Dialogue 2026 ist Juhán Nikolaus aus Schweden, und er sagt: Ich möchte mein Leben jeden Tag als Sámi leben; mit Fischen gehen, mit dem Sammeln von Beeren und Pilzen, mit unserem Handwerk und als stolzer Rentierhirte.

„Meine Kultur und mein gelebtes Wissen sind wichtig. Und doch sieht die Mehrheitsgesellschaft das nicht so. Und versucht auch aktiv, mich davon zu überzeugen. In der Schule wurde meinem Bruder und mir gesagt, dass wir in der Pause nicht Sámi sprechen sollten. Die Begründung war sowas wie: in Schweden sprechen wir schwedisch. (…) Unsere gelebte Kultur, unsere Lebensweise sind ein Menschenrecht! (…) Nicht alle indigenen Jugendlichen in der Arktis können für sich selbst einstehen. Ich fordere die Finanzierung von Kultur-, grenz- und Generationenübergreifenden Kollaborationen. Ich möchte meine Kultur leben, und ich möchte, dass unsere zukünftigen Generationen ihre Kultur leben können.“

In der Arktis leben etwa 400.000 indigene Völker, die zu mehr als 30 verschiedenen Kulturen gehören.