„Der Funke ist übergesprungen! Wir gehen auf die Straße!“ so der Aufruf von „Gen Z regelt das“ auf Instagram und anderen Plattformen. Für den 31.Oktober wird in den Sozialen Medien in Deutschland zu Protesten in mehreren deutschen Großstädten aufgerufen. Was als Schülerproteste in Frankreich begann, hat sich zu Krawallen und Plünderungen ausgeweitet. Auch in Italien, Belgien, Spanien und Portugal sind Menschen auf der Straße. In Litauen haben die Euranet-Kollegen von Žiniu radijas mit dem früheren EU-Kommissar und EU-Abgeordneten Virginijus Sinkevičius gesprochen. Er sagt zu den Protesten in Europa:

„Für die etablierten politischen Parteien führt kein Weg daran vorbei, zu handeln und Lösungen zu liefern. Ich sage das in Litauen immer wieder – auch im Hinblick auf unsere eigene Regierung: Wenn wir ignorieren, was auf der Straße geschieht, und zulassen, dass Radikale diese Themen aufgreifen – wobei sie diese zwangsläufig übertreiben und verzerren werden –, dann werden wir auch diesen Kampf verlieren.“
Protest muss unbequem sein. Doch kleine Läden zu plündern, treffe die eigenen Leute, sagt die deutsche Linke-Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner. Sie spricht von einer berechtigten Wut, die die Menschen auf die Straße bringt. Und die etablierten Parteien hätten keine Antworten.
„Genauso wie in Frankreich können auch hier Millionen Menschen ihre Miete, ihren Strom und ihren Einkauf kaum noch bezahlen. Wir sagen; Protest darf unbequem sein. Wir unterstützen auch Schülerinnen und Schüler dabei, sich für ihre eigenen Schulen und ihre eigenen Interessen einzusetzen. Aber Protest muss unbequem für die da oben sein. Sonst hört keiner hin. Es soll sich nicht richten gegen unsere eigenen Leute, die damit ausgeplündert werden.“